Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 1. Band (1857)
Entstehung
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Platz aufſtellten. Und von dieſen ſtolzen und glänzenden Soldaten richteten ſich dann die Blicke der Zuſchauer auf dieſe Kutſche, die da, den Generälen voran, und gleichſam von denſelben escortirt, gleichfalls den Weg nach dem Schloſſe einſchlug Die Fenſter dieſer Kutſche waren innerhalb dicht verhangen, und auch nicht ein einziges Mal be⸗ wegten ſich dieſe grünen Vorhänge, um das Geſicht der Perſon ſehen zu laſſen, welche ſich in dem Innern des Wagens befand.

Wer war dieſe Perſon? In welcher Beziehung ſtand ſie zu dem Kaiſer? Gewiß war es eine Dame, denn welcher Mann wohl würde es wagen, in einer Kutſche zu fahren, wenn doch Se. Majeſtät der Kaiſer ſelber zu Pferde in die Stadt einzog. Das wäre ein Verſtoß gegen die Etiquette geweſen, deſſen keiner der Herren aus dem Gefolge des Kaiſers fähig war. Gewiß alſo war es eine Dame, welche die geheimnißvolle Kutſche verbarg, vielleicht die Kaiſerin Maria Thereſia ſelber; vielleicht kam die regierende Kaiſerin, um ihren einſtigen großen Widerſacher von Angeſicht zu Angeſicht zu ſchauen, und ihm die Hand zu reichen zu dem Frieden der Zukunft.

Während die Zuſchauer ſich dieſe Vermuthungen und Hoffnungen zuflüſterten, hatte der von vier herrlichen Rappen gezogene Wagen das Schloß erreicht, und hielt jetzt vor demſelben an.

Die reich gallonirten Bedienten ſprangen von ihrem Sitz hinter der Kutſche herab und ſtellten ſich kerzengrade neben der noch immer geſchloſſenen Thür des Wagens auf. Die beiden andern Livrgebedienten, welche vorn auf dem hohen Kutſchbock geſeſſen, ſchwangen ſich gleichfalls herab, und nahmen dann unter dem Leder ihres Sitzes hervor eine Rolle Zeug, mit der ſie eilfertig die zu der Schloßpforte hinaufführen⸗ den Stufen der Treppe hinaufſchritten. Hier legten ſie dieſelbe nieder, und die Enden der Rolle feſthaltend, ließen ſie den Stoff über die Stufen niederrollen.

Es iſt ein Teppich, ein wundervoller Teppich, den ſie da ausbreiten, murmelten die Zuſchauer untereinander, gewiß alſo iſt es die Kaiſerin, welche da in der Kutſche iſt, und deren Fuß nicht das harte und feuchte Steinpflaſter berühren foll.

Und ſie drängten ſich näher heran, um die große erhabene Monarchin, wenn ſie jetzt ausſteigen würde, von Angeſicht zu Angeſicht zu ſchauen.