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Das Haus Neapel beharrt alſo darauf, ſich mit uns zu verbinden? fragte die Kaiſerin. Es fordert für ſeinen König jetzt, da die andere Braut geſtorben, unſere Joſepha? Arme Joſepha, ich bedaure ſie, denn man hat mir geſagt, daß der junge König ein gar wilder, ungezähmter und kindiſcher Geſelle iſt, nicht beſſer als die L zzaroni, die ſeine liebſte Geſellſchaft ſind. Die Joſepha wird ein traurig und gefährlich Leben an ſeiner Seite führen.
Ew. Majeſtät, die junge Erzherzogin heirathet nicht den jungen, wilden Geſellen, der allerdings nicht leſen und ſchreiben kann, und dem die Lazzaroni die liebſten Freunde ſind. Sie heirathet vielmehr den König von Neapel, und kein Mann iſt ſo ſchlimm, daß ſeine Fehler ſich nicht unter einer Krone und einem Purpurmantel verbergen ließen. Die Politik iſt der Brautbewerber des Königs von Neapel!
Und wir werden ihm meine ſchöne Tochter Joſepha geben, aber wirklich als ein Opfer, das wir der Politik darbringen. Nun möge ſie nur ihre Pflicht gegen Gott und ihren Gemahl treu erfüllen, ſo müſſen wir zufrieden ſein, ſelbſt wenn Joſepha ſich unglücklich fühlen ſollte.*)
Und dieſe Vermählung wird immer noch die Folge jenes Briefes ſein, den Ew. Majeſtät eines Tages an Farinelli ſchrieben, ſagte Kau nitz mit unerſchütterlicher Ruhe, die Abſicht ſeines Geſpräches verfol gend. Ew. Majeſtät haben auch eines Tages an die Marquiſe Pom padour geſchrieben; dieſer Brief hat uns nicht blos das Bündniß mit Frankreich verſchafft, ſondern er wird der Erzherzogin Marie Antoinette den Thron von Frankreich eintragen. Ew. Majeſtät mögen jetzt immer⸗ hin die Gnade haben, die Erzherzogin auf ihre hohe Beſtimmung vor⸗ zubereiten, und ſie zu einer Königin von Frankreich erziehen zu laſſen. Der König Ludwig von Frankreich iſt einverſtanden mit unſerm Plan, und wenn die Erzherzogin hinlänglich erwachſen iſt, wird Se. Majeſtät von Frankreich einen eigenen Geſandten an Ew. Majeſtät ſenden, zur feierlichen Anwerbung um die Hand der Erzherzogin für ſeinen Enkel, den Dauphin von Frankreich.— Ew. Majeſtät ſehen, welche große Dinge die Freundſchaftsbriefe, die meine erhabene Kaiſerin der tugend
*) Der Kaiſerin eigene Worte. Siehe: Maria Thereſia als Mutter. Mitgetheilt von Fried. Firnhaber.
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