Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 3. Band (1857)
Entstehung
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die häßliche Larv' von meinem Antlitz genommen haben, und es wird wieder die ewig junge Maria Thereſia da ſein, welche Du kennſt und liebſt! Bis dahin, Lebewohl, mein großer Kaiſer! Muß erſt mein Tage⸗ werk zu Ende führen, ehe ich bei Dir ausruhen kann! Und jetzt muß die Kaiſerin ein wenig verſuchen, die Frau zu tröſten!

Und die Kaiſerin durchſchritt wieder das Zimmer, und öffnete die Thür, hinter welcher die Kammerfrauen in banger Erwartung des Rufes der Kaiſerin harrten. Sie waren erſtaunt, Maria Thereſia's Antlitz vollkommen ruhig und gelaſſen zu finden, nicht den kleinſten Zug von Mißmuth oder Zorn auf ihrer Stirn zu leſen.

Man ſage dem Haushofmeiſter, daß er ſogleich in allen meinen Zimmern Spiegel aufſtelle, ſagte die Kaiſerin. Es können ſolche aus der erſten Etage genommen werden, bis die neuen Spiegel, welche der Herr Kaiſer beſtellt hat, angekommen ſind. Der Haushofmeiſter ſoll die größten und ſchönſten Spiegel auswählen, und ſie heute noch hier herauf beſorgen. Der Kammerhuſar Guſtap ſoll zum Kardinal Migazzi gehen, und Sr. Eminenz vermelden, daß ich morgen dem lieben Herr⸗ gott in der Stephanskirch' mein Dankgebet darbringen, und mich zu Fuß dahinbegeben werd', damit Jedermann mich anſchauen und ſehen kann, und ich in Demuth und Freuden inmitten meines Volkes mich befinde. Auch ſoll man zu Sr. Durchlaucht dem Fürſten Kaunitz gehen. Ich laß den Fürſten bitten, morgen nach der Meß' zu mir zu kommen! Und jetzt öffnet mir wieder die Thüren und Fenſter, und laſſet die friſche, reine Gottesluft zu mir einſtrömen! Bin wieder geſund und will mich wieder des Lebens freuen!

VIII. Die geneſene Kaiſerin.

Von der Frühe des nächſten Morgens an war auf den Straßen Wiens eine ungewöhnliche Bewegung, eine freudige Aufregung der ſich drängenden Menſchenmaſſen bemerkbar. Ganz Wien hatte getrauert

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