Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 3. Band (1857)
Entstehung
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und ich verbiete Euch Allen, mir noch weitere Einwände zu machen! Geh' Sie hinaus, Sophie, und ſag' Sie den Kammerhuſaren, ſie ſollen mir ſofort einen Spiegel in mein Wohnzimmer ſchaffen! Sollen einen aus der untern Etage, wo ich ſonſt gewohnt, herauftragen. Denk' doch, daß man dort die Spiegel nicht auch alle wird zerſchlagen und zer⸗ ſchmiſſen haben. Eil' Sie Sich, Sophie, und beſorg' Sie meinen Auf⸗ trag! In einer Viertelſtund' komm ich in das Zimmer da zurück, und dann muß der Spiegel dort ſein. Jetzt geh' Sie hinaus, Sophie, und Du, Charlotte, mach' ſchnell, daß ich fertig werd'!'s iſt, denk' ich, jetzt nicht ein ſo ſchwierig Ding mehr mit meiner Toilette, und es koſtet Dir jetzt keine Thränen mehr, mein Haar in Ordnung zu bringen!

Ach, ich wollt', es koſtete mir noch die Thränen, die ich ſonſt ge⸗ weint, flüſterte Charlotte. Wollt', daß ich immer nur darüber zu weinen hätte, daß ich zu ungeſchickt ſei, Ew. Majeſtät ſchönes Haar in Ord⸗ nung zu bringen, und nicht darüber weinen müßt', daß dies ſchöne Haar nicht mehr zu ordnen iſt.

Und es hat Dir doch manche böſe Stunde gemacht, armes Kind, rief die Kaiſerin. Auch ſollſt Du Dich freuen, daß das Haar fort iſt, und Deiner flinken und zierlichen Hände entbehren kann, denn das Haar, was Du mir abgeſchnitten, macht Dich jetzt frei! Haſt mich oft gebeten um Deinen Abſchied! Heut' geb' ich ihn Dir, und meine Ein⸗ willigung auch, den Hofrath von Greiner zu heirathen. Ich ſelbſt be⸗ ſorg' die Ausſteuer, und will Deine Brautführerin ſein!

Das Fräulein von Hleronymus neigte ſich über die dargereichte Hand der Kaiſerin, und bedeckte ſie mit ihren Thränen und ihren Küſſen, und flüſterte Worte des innigſten Dankes für die große Gnade und Güte der Kaiſerin.

Maria Thereſia nickte ihr lächelnd zu, und ließ dann mit voll⸗ mmener Ruhe und Gelaſſenheit ihre Toilette vollenden. Das Hei⸗ athenſtiften gehörte zu den großen Vergnügungen der Kaiſerin, und ſie ihlte ſich daher jetzt ganz erheitert und erfriſcht durch dieſe Ehe, welche te ſo eben geſtiftet hatte.

In einer Viertelſtunde war die einfache, ſchmuckloſe Trauerkleidung ber Kaiſerin vollendet, und Maria Thereſia näherte ſich der Thür, um

n ihr Wohnzimmer zurückzugehen.