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lag vor ihr auf den Knieen, und ihr bleiches, angſtvolles Antlitz zu ihrer Herrin erhebend, flehte ſie: Gnade, Majeſtät, Gnade! Ich allein bin die Schuldige! Ich allein habe dieſes Unglück angerichtet!
Was für ein Unglück denn? fragte die Kaiſerin.
Ich habe den Spiegel zerſchlagen, Majeſtät! Im Finſtern bin ich dagegen gerannt, daß er umfiel, und das Glas in tauſend Stücken zer⸗ ſchlagen und zerſprungen war. Oh verzeihen mir Ew. Majeſtät dieſe große Ungeſchicklichkeit.
Umgeworfen haſt Du den ſchweren Spiegel? fragte die Kaiſerin. Das muß ein großes Gepolter gegeben haben! Wundre mich nur, daß ich gar nichts vernommen hab'! Bin doch ſeit Wochen nicht aus dem Zimmer dicht hier nebenbei fortgekommen!
Es war gerade in der Zeit, als Ew. Majeſtät ſo ſehr krank waren, und in ſchweren Fieberphantaſieen lagen. Da hörten und wußten Ew. Majeſtät nicht, was um Sie her vorging.
So lang alſo iſt's ſchon her, Charlotte, daß Du den Spiegel zerſchlugſt, rief die Kaiſerin. Schon drei Wochen! Du hiätteſt, mein“ ich, da doch Zeit gehabt, den Spiegel wieder machen zu laſſen?
Charlotte ſchlug vor den ſcharfen, forſchenden Blicken der Kaiſerin das Auge zu Boden. Halten zu Gnaden, kaiſerliche Majeſtät, flüſterte ſie, aber ich dacht', Ew. Majeſtät würd's gar nicht gewahr werden, daß der Spiegel fehlt. Ew. Majeſtät haben ſonſt niemals mehr nach Ihrer Toilette geſchaut, und immer war ſonſt ſo wie heute der Spie⸗ gel verhangen, ohne daß Ew. Majeſtät darauf geachtet haben!
Es iſt genug des Spiels und der Verſtellung, ſagte Maria The⸗ reſia unwillig. Haſt Deine Rolle gut gelernt und gut geſpielt, Char⸗ lotte, aber Ihr ſollt nicht denken, daß ich's nicht merk’, daß Ihr mit mir Comödie ſpielt. Steh' auf, mein Kind, und ſetz mir hurtig die Krepphaube wieder auf, und dann geh' und hole mir einen Spiegel!
Einen Spiegel, Majeſtät? fragte Charlotte verwundert.
Nun ja doch, einen Spiegel!
Aber wo ſoll ich den herbekommen, Majeſtät? Ich habe keinen Spiegel!
Nun, ſo gehe Eine von Euch da, und hol' mir einen Spiegel, rief die Kaiſerin ungeduldig. Ich ſag' Euch, ich will einen Spiegel haben,
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