Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 3. Band (1857)
Entstehung
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Endlich war die Gefahr vorüber, endlich nach ſechs Wochen der Krankheit konnte van Swieten das Schloß wieder verlaſſen, und in ſeine eigene Wohnung zurückkehren, denn die Kaiſerin war geneſen, und keine Nachtwachen und keine Bulletins waren mehr nöthig!

Ja, die Kaiſerin war geneſen! Auf den Arm des Kaiſers geſtützt, umjauchzt von ihren Kindern, welche Alle ſie anſchaueten mit freude⸗ ſtrahlenden Blicken und lächelnden Purpurlippen, verließ Maria Thereſia heute zum erſten Mal ihr graues, trauriges Wittwenzimmer, und durch⸗ ſchritt, ihre Kräfte prüfend, die Reihe der Gemächer, welche der Kaiſer zu ihrem Empfang ganz neu und mit wahrhafter Pracht hatte aus⸗ ſchmücken laſſen.

Maria Thereſia dankte ihrem Sohn mit einem zärtlichen Lächeln

für dieſe zarte Aufmerkſamkeit, die ſo wenig mit Joſephs ſparſamem und

prunkloſem Sinn übereinſtimmte, und ihr ein um ſo ſchönerer und rüh⸗ renderer Beweis war, wie gern der Kaiſer bemüht geweſen, ſeiner Mutter in ihrem Sinn eine Ueberraſchung zu bereiten. Sie wollte ihm daher auch beweiſen, wie ſehr ſie ſich dieſes koſtbaren und herrlichen Arrangements freue, wie ganz alle dieſe ſchönen Dinge ihrem Geſchmack entſprächen. Sie bewunderte die koſtbaren türkiſchen Teppiche der Fuß⸗ böden, die herrlichen Gobelins der Wände, die Tiſche von duftenden Hölzern geſchnitzt, oder ausgelegt mit Edelſteinen und florentiniſcher Mo⸗ ſaik, die prachtvollen Meubles mit goldgeſticktem Sammet überzogen, die herrlichen Luſtres von Bergkryſtall und Gold, und all dieſe vielen zierlichen und koſtbaren Kleinigkeiten, welche hier und dort auf den Etageèren und Conſolen umherſtanden. 3

Wahrlich; mein Sohn, ſagte die Kaiſerin, als ſie ſich, im Begriff in ihr Wohnzimmer zurückzukehren, noch einmal nach der Reihe der ſchönen, von Gold und Edelſteinen, von Kryſtall, Sammet und Seide ſchimmernden Säle umſchauete, wahrlich, mein Sohn, Du haſt mir da mit dem Zartſinn und Geſchmack einer Frau meine Zimmer ausge⸗ ſchmückt, und es iſt ſchön und herzig, daß Du Alles ſelbſt beſtimmt und ſelbſt ausgewählt und angeordnet haſt, ſo ſinnig und prächtig, daß es ein Vergnügen und eine Freude iſt! Nur Eins hat der Herr Sohn vergeſſen, und daran zeigt er grad recht, daß er doch keine Frau iſt, ſondern ein rechter Mann.

geſſen

jeſtät dieſes zeihun ſollen

fen? heit und ſien