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bejammernswerthe Weib aufzuſuchen in ihren Nöthen und in ihrer Todespein. Bin ihr das ſchuldig in meinem Gewiſſen, welches mich verklagt, daß ich oft hart und grauſam gegen ſie geweſen bin, und nicht das Erbarmen mit ihr gehabt hab', welches wir Alle eines Tages in unſerer Sterbeſtund' wünſchen werden, mit unſern Nächſten gehabt zu haben. Nein, nein, die Joſepha ſoll nicht einſam und unbeklagt ſterben, bin ihr keine gute und zärtliche Mutter im Leben geweſen, will's ihr alſo wenigſtens im Sterben ſein!
Aber weshalb wollen Ew. Majeſtät gehen, da die Kranke gar nicht nach Ihnen verlangt hat! rief van Swieten. Warum—
Auf einmal, wie er ſeine angſtvollen, flehenden Blicke auf das Antlitz der Kaiſerin heftete, zuckte er, wie von jähem Schreck ergriffen, zuſammen, und ein Schrei des Entſetzens entfuhr ſeinen Lippen. Er hatte da auf den Wangen und der Stirn Maria Thereſia's dieſe kleinen dunklen Flecke bemerkt, welche dem ſcharfen Auge des erfahrenen Arztes ſagten, daß die Krankheit, vor welcher er die Kaiſerin bewahren wollte, ſchon in ihr ſei, und bald ihre glühenden Purpurmale über ihre ganze Geſtalt ergießen werde.
Maria Thereſia war ſelbſt viel zu erregt, um die plötzliche, ſchreckens⸗ volle Erregung van Swietens gewahren zu können.
Wenn die Kranke nicht nach mir verlangt hat, ſagte ſie nun, ſo verlange ich nach ihr, und werde alſo zu ihr gehen. Halte Er mich nicht mehr auf, van Swieten, denn ich ſage Ihm, ich will zu ihr ge⸗ hen, und all Sein Flehen hält mich nicht zurück. Gehe Er aber zum Kaiſer, und ſage Er ihm, daß die Maria Thereſia ihn am Sterbebett ſeiner Gemahlin erwarte. Ich denk', daß er ſich nicht mehr weigern wird, mit Ihm zu gehen! Und jetzt, Doctor, gehe Er, und laſſe Er mich gehen! Wir müſſen Beide unſere Pflicht erfüllen!
Van Swieten trat von der Thür zurück, deren Ausgang er bis jetzt der Kaiſerin verſperrt hatte.
Ich halte Ew. Majeſtät nicht mehr zurück, ſagte er tonlos, ge⸗ hen Sie zu der kranken Kaiſerin. Ich werde den Kaiſer auch dahin führen!—
Und mit haſtigen Schritten eilte er von dannen, indem er leiſe vor ſich hin murmelte: die eine Kaiſerin liegt im Sterben, und noch heute
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