Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 3. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

rau⸗ wohl imer und den

hren im t zu ver⸗ atte! mmal anze die icht! ihr men. „In ſich von men, der einen

teten elben iſers 7, in ächer

ß 8 Troſt keine

rden

131

Mit dem von Joſepha geſchriebenen Briefchen, welches der Kaiſer ihm ſchaudernd zurückgegeben, eilte van Swieten zur Kaiſerin Maria Thereſia. In edler Aufregung, tief ergriffen von den Schmerzen, welche Joſepha an Körper und Seele zu dulden hatte, ſchilderte er der Kai⸗ ſerin das Leiden und die Qual der armen Joſepha, und beſchwor ſie, des Kaiſers Mitleid zu erbitten, ihn zu vermögen, daß er die letzte Sehnſucht dieſer armen Seele befriedigen, und ihr Verſöhnung und Ruhe bringen ſolle.

Die Kaiſerin hatte dem edlen Arzt, dem langjährigen Vertrauten ihrer Familie, tiefbewegt zugehört. Thränen des Mitleids ſtanden in ihren Augen und glitten langſam über ihre erbleichten Wangen nieder.

Und der Joſeph will nicht zu ihr gehen, weil er fürchtet die An⸗ ſteckung weiter zu tragen in der Familie? fragte Maria Thereſia, als der Arzt ſchwieg.

Ja, Majeſtät, er fürchtet für Ew. Majeſtät und die Erzherzoginnen.

Nun, für mich braucht er nicht fürchten, und von den Erzherzo⸗ ginnen kann er ſich fern halten, rief Maria Thereſia. Aber ich weiß wohl, was ſeines Herzens innerſte Meinung iſt, weiß, daß er die Jo⸗ ſepha haßt und daß es der Haß iſt, welcher aus ihm ſpricht. Er hat ein kaltes, ſtörriſches Herz, und er will's ihr ſelbſt im Tode nit ver⸗ zeihen, was ſie ihm Böſes gethan!

Und ſie wird nicht ſterben können, bevor ſie ihn geſehen, ſagte der Arzt traurig. Es iſt, als klammere ſich ihre Seele mit Gewalt an ihren Körper an, der ſchon die Spuren des Todes und der Verweſung an ſich trägt, als zwinge ſie den Tod ihr fern zu bleiben, bis ſie das letzte Ziel ihres Daſeins erreicht habe. Oh, es iſt ein furchtbarer Anblick, dieſe zerfallende, verweſende Geſtalt zu ſehen, aus deren Augen die Seele noch mit ſo hellen Feuerblitzen der Verzweiflung herausglüht.

Die Kaiſerin ſchauderte. Komme Er, Swieten, ſagte ſie, ich will den Joſeph wohl zwingen, zu ſeiner armen, ſterbenden Gemahlin zu gehen!

Und mit heftigen, entſchloſſenen Schritten eilte ſie der Thür zu.

Van Swieten wagte es, ſie zurückhalten zu wollen. Wohin wollen Ew. Majeſtät gehen? fragte er. Warum wollen Sie den Kaiſer nicht lieber hierher beſcheiden laſſen, und ihn bitten, zu ſeiner Gemahlin zu gehen? Oh, bleiben Ew. Majeſtät, überlaſſen Sie Sich nicht die⸗ 9*

—

—

1 —

4—

—