iteres Thrä⸗ er der und Ul der
umen rund züden en an nzende ng ge
Franz ihrer eführt, Libbe, z ihrer chricht t jru icliche, jie ge
in dem ſchönen iiemals de, die gewo⸗ Maria att und
daß die
129
arme Joſepha, in grauſamer IJronie des Schickſals, den Titel einer regierenden Kaiſerin führe! Eines Tages, wie ſie zur Famillientafel hinabgegangen war in den Saal, hatte der Oberhofmeiſter die Thüren geöffnet, und bei ihrem Eintreten laut hineingerufen in den Saal: Ihro Majeſtät, die regierende Kaiſerin. Da waren die jungen Erz⸗ herzoginnen und Erzherzoge in ein lautes, ſpöttiſches Gelächter ausge⸗ brochen, und ſelbſt Maria Thereſia hatte ſpöttiſch gelacht.*) Sie ge⸗ dachte deſſen.
Sie gedachte auch, wie ihr armes gemartertes Herz immer noch nicht die Hoffnung auf Liebe und Glück hatte aufgeben können, wie ſie es immer wieder verſucht hatte, durch ihre Ergebenheit und Demuth, ihre Unterwürfigkeit und Liebe, das Herz ihres Gemahls zu rühren, und ſich, wenn auch nicht Liebe, doch wenigſtens Duldung und Erbar⸗ men von ihm zu erflehen. Aber er hatte ſie immer vermieden, und jedes Zwiegeſpräch mit ihm unmöglich gemacht. Eines Tages hatte ſie es mit Gewalt erzwingen wollen! Sie hatte gewußt, daß der Kaiſer jeden Morgen auf den Balcon zu gehen pflegte, der ſich vor dem Salon befand, welcher die Gemächer der Kaiſerin von denen ihres Gemahls trennte. Zu der Stunde, in welcher er dort zu ſein pflegte, war auch Joſepha auf den Balcon gegangen, und ſie hatte dort den Kaiſer ge⸗ troffen. Aber als er ſie erblickte, hatte er, ihres Flehens, ihrer Thränen nicht achtend, taub gegen ihre Bitte, ihr eine Viertelſtunde Gehör zu geben, ſtumm und mit einem kalten und zornigen Blick den Balcon verlaſſen. Als ſie am andern Tage wieder auf den Balcon ging, fand ſie den Balcon durch eine hohe, ſpaniſche Wand getheilt, ſo daß die Hälfte deſſelben nicht von dieſer Thür aus zugänglich war. Der Kaiſer hatte ſich dies Separatum machen laſſen, um ſeiner Gemahlin nicht auf dem Balcon zu begegnen, und oft hatte ſie ſeitdem die Demüthigung erlitten, daß, wenn Joſepha auf ihrer, durch die Thür zugänglichen Seite des Balcons war, der Kaiſer ſich vor Aller Augen durch das Fenſter, vor welchem ſeine abgeſonderte Seite des Balcons lag, auf denſelben hinausſchwang.**) Sie gedachte deſſen.
*) Hübner, Geſchichte Joſephs II., S. 27. **) Karoline Pichler: Denkwürdigkeiten. Th. I. S. 142. Kaiſer Joſeph. 1. Abth. III. 9
—
4 5 L —


