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ihre Geſtalt auf eine ſo grauenerregende Weiſe entſtellend, daß die ent⸗ ſetzten Dienerinnen todesbang und mit zitterndem Abſcheu aus dem Krankenzimmer entflohen, und Keine von ihnen die Pflege der Kranken übernehmen, oder in der verpeſteten Luft ihrer Nähe bleiben wollte.
Und ſo lag ſie, gepflegt und behütet nur von gemietheten Kranken⸗ wärterinnen, die der edle Arzt van Swieten aus dem Hospital hierher beſchieden, auf ihrem Lager, die Gemahlin des Kaiſers, die regierende Kaiſerin Joſepha! Keine liebende Hand rückte das Kiſſen unter ihrem fieberbrennenden, hoch aufgeſchwollenen Haupt zurecht, oder reichte ihren entſtellten, blutenden Lippen den Labetrunk dar, keine freundliche Stimme flüſterte in ihr Ohr Worte des Troſtes, oder des Mitleids, kein freund⸗ liches Antlitz neigte ſich über ſie, und erquickte ihre Seele durch einen Blick des Erbarmens und der Theilnahme.
Einſam und verlaſſen, wie ſie gelebt hatte, ſollte ſie ſterben! Wohl hatte Joſeph Tag und Nacht gewacht an dem Krankenbette ſeiner erſten Gemahlin, aber von dem Krankenbett Joſepha's hielt er ſich fern. Ver⸗ gebens war es geweſen, daß die kranke Kaiſerin täglich den Arzt van Swieten beſchwor, ihr den Gemahl zuzuführen; Kaiſer Joſeph erklärte, daß es ihm ſein Gewiſſen verbiete, zu ihr zu gehen, weil er fürchten müſſe, den Krankheitsſtoff weiter zu tragen, und ihn der Kaiſerin Maria Thereſia, welche bisher von den Pocken verſchont geblieben, oder ſeiner einzigen kleinen Tochter Thereſia, oder den jungen Erzherzoginnen zu⸗ zuführen.
Und ſo lag ſie in ihren einſamen Schmerzen da, unbeklagt und unbemitleidet. Scheu und angſtvoll fliehen die Dienerinnen vorüber an dieſer Thür, hinter welcher der Tod in ſeiner abſchreckendſten und ſcheuß⸗ lichſten Geſtalt lauerte, und keine der Erzherzoginnen hatte ſo viel Theil⸗ nahme für die unglückliche, verlaſſene Schwägerin, um ihr Entſetzen überwinden und ſich in ihre Nähe wagen zu wollen.
Aber ſie war dennoch nicht einſam, die arme, kranke Kaiſerin Jo⸗ ſepha, ſie war nicht verlaſſen, denn ihre Erinnerungen waren bei ihr, ſie umſtanden in grauen Spinnwebemänteln das Lager der Dulderin, je flüſterten ihr traurige und unheilsvolle Geſchichten in's Ohr, ſie
alten ſie wach auf ihrem Lager mit den Erzählungen all der traurigen unheilsvollen Begegniſſe ihres Lebens. Da war nicht eine dieſer
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