Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 3. Band (1857)
Entstehung
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digen als einem Weiſen! Aber ſo lang mein Wort noch Kraft hat, werd' ich's nimmer dulden, daß das geſchieht, daß ein Habsburger hin⸗ gehe, dem Hohenzollern in Freundſchaft die Hand zu reichen! Es iſt eine alte Erbfehd' zwiſchen uns und dieſem Hauſe, und ſie wird nim⸗ mer in Liebe ſich auflöſen!

Ew. Majeſtät ſehen indeß, daß es nicht der König von Preußen iſt, welcher die Schuld daran trägt, denn Er iſt es, welcher zur Freund⸗ ſchaft die Hand bieten will. Ich denke, es wäre chriſtlicher und edler, den alten Groll zu vergeſſen, und dieſe Feindſchaft enden zu laſſen, und Ew. Majeſtät ſehen wohl, wie ſehr man den König von Preu⸗ ßen verläſtert, wenn man ihn einen ſchlechten Chriſten nennt. Er befolgt wenigſtens das chriſtliche Gebot, ſeinen Feinden zu vergeben, und die Feindſchaft und die Zwiſtigkeiten vergeſſend, ſeinen Gegnern die Hand zu bieten.

Wir werden dieſe Hand nicht annehmen, rief die Kaiſerin heftig.

Aber der König hat, wie ich Ew. Majeſtät zu ſagen die Chre hatte, der König hat mir eine herzliche und zuvorkommende Einladung geſandt, und Ew. Majeſtät ſagten es ja Selbſt, es iſt der Höflichkeit gemäß, ſolche Einladung anzunehmen.

Nicht die Einladung dieſes Mannes! Ich gebe meine Einwilli⸗ gung nicht zu dieſer Reiſe!

Auch nicht, wenn ich Ew. Majeſtät darum bitte? fragte Joſeph herzlich. Auch nicht, wenn ich Ihnen ſage, daß es mein glühender Wunſch iſt, den König von Preußen kennen zu lernen, daß ich mich darauf freue, wie auf ein großes und ſchönes Ereigniß? Oh Majeſtät, gedenken Sie der ſchönen Stunde, welche Ihre Liebe mir eben gewährt hat. Laſſen Sie die Mutter bei der Kaiſerin für mich bitten, daß dieſe mir den Wunſch gewähre, den ich der Mutter, nicht der Kaiſerin an⸗ vertraut habe. Laſſen Sie dieſe ſchöne, ſonnenhelle Stunde nicht mit einem Mißklang enden, nicht wieder ſich finſtere Wolken zwiſchen uns Beiden aufthürmen.—

Oh, der Herr Sohn vermeint, uns zu drohen! rief die Kaiſerin ſich hoch und ſtolz aufrichtend. Meint uns zu ſchrecken, wenn er uns mit Seiner Ungnad' droht! Fürcht' noch nicht die⸗Wolken auf Seiner Stirn! Es wird an Ihm ſein, die Wolken zu verjagen, und Seiaer

Frau Soh Prel biete

wie vollte ſeine ßen den

und