Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 3. Band (1857)
Entstehung
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Das heißt, dem die Narren, die Gottesläugner, die Unklugen und die Spötter dieſen Namen gegeben haben, rief die Kaiſerin mit zornblitzen⸗ den Augen und glühenden Wangen. Hätt's nimmer geglaubt, daß die⸗ ſer Herr König es wagen würde, meinem Sohn und Erben ſich ſo vertraulich zu nahen. Der Markgraf von Brandenburg hat wohl das Recht, dem Kaiſer von Deutſchland das Waſchbecken zu halten, aber nicht, ihn zu einer Zuſammenkunft einzuladen!

Ach, Majeſtät, rief Joſeph lächelnd, der Markgraf von Branden⸗ burg hat es uns leider wohl bewieſen, daß er ein König iſt; er hat uns in mancher Schlacht das Waſchbecken gehalten, aber unſer eigen Blut iſt hinein gefloſſen, denn er hat uns manch ſchmerzlichen Aderlaß beigebracht. Ich mein', der Markgraf Friedrich von Brandenburg hat ſich auf den Schlachtfeldern von Leuthen und Roßbach, von Liegnitz und Torgau wohl das Recht erkämpft, daß wir ihn als einen König aner⸗ kennen, wie's ja ſelbſt der Papſt zu Rom gethan hat.

Maria Thereſia erbebte vor Zorn bei dieſen unbeſonnenen heftigen Worten ihres Sohnes. Es zeugt von wenig Chrgefühl, den Feind zu preiſen um der Schlachten willen, die wir an ihn verloren haben, rief ſie glühend vor Zorn.

Es zeugt von Gerechtigkeit, Majeſtät, ſagte Joſeph ernſt, und Gerechtigkeit ſoll man auch ſeinen Feinden nicht verſagen. Der Kö⸗ nig von Preußen iſt ein großer Mann, ich wollt', ich könnte ſeines Gleichen ſein!

Die Kaiſerin ſtieß einen Schrei des Zorns aus, ihre Augen ſchoſ⸗ ſen Blitze. So wagt es mein Sohn, von dieſem böſen Manne zu ſprechen, der ſeiner Mutter ſo viel Kummer und Thränen verurſacht, und ſeinem Hauſe Schleſien entriſſen hat! rief ſie mit drohender Stimmie. S'iſt ein wunder Fleck in meinem Herzen, und werd's nimmer über⸗ winden, das ſchöne Schleſien verloren zu haben; und mein Sohn will hingehn, dieſem König die Hand zu drücken, welche ſo viel unſchuldig Blut mieiner Unterthanen vergoſſen hat! Er will hingehn, um den Feind meines Hauſes zu bewundern als einen Helden, und ihm zu hul⸗