Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 3. Band (1857)
Entstehung
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draußen in der Welt. Aber ſprechen wir nicht mehr davon, meine Mutter, man kann vielleicht glücklich ſein auch ohne Glück, ich will's verſuchen!

Nein, ſprechen wir davon, rief die Kaiſerin lebhaft, ſprechen wir von Deinem Unglück! enn ich mein, Du nenneſt die Joſepha von Baiern Dein Unglück, mein Sohn. Hab'’ freilich allerlei traurige und ſchlimme Dinge vernommen, und mein Herz hat dabei geblutet für Dich und auch für ſie!

Auch für ſie! rief Joſeph faſt zürnend. Was thut ſie, meine Mutler, wodurch ſie Ihr Mitleid verdient?

Die Kaiſerin legte ſanft ihre Hand auf die Schulter ihres Sohnes. ie liebt Dich, mein Sohn, ſagte ſie, und eine Frau hat immer Mit leid mit einer Unglücklichen, welche liebt, und nicht geliebt wird!

Sie liebt mich, ſagte Joſeph mit höhniſchem Lachen. Ihre Liebe iſt mir ein. Abſcheu und eine Schmach, ihre zärtlichen Blicke empören mich, und erfüllen mich mit Entſetzen. Wenn ſie mich anſchaut mit dieſem bleichen, von allerlei Wundmalen und Flechten zerfetztem Ange ſicht, und mich ihren Gemahl nennt, ſo mein'’ ich zu ſehen, daß alle Hofleute mit ſpöttiſchem Hohnlachen auf mich ſchauen, und ich hab' ein Gefühl, als müßt' ich den Arm erheben, um Diejenige zu Boden zu ſchmettern, die mich mit einem ſo lächerlichen Unglück belaſtet hat; denn es iſt immerhin ein lächerliches Unglück, der Gemahl der häßlichſten und unangenehmſten Frau im ganzen Lande zu ſein, nur daß Einem die Augen dabei übergehen, weiß nicht, ob vor Lachen oder vor Aerger!

Sie iſt häßlich, das iſt wahr, ſagte die Kaiſerin achſelzuckend, aber es hat ſchon viel häßliche Frauenzimmer gegeben, und ſie haben doch Liebhaber gefunden. Und dann, mein Sohn, ſollteſt Du immerhin be denken, daß Du Selber ſie gewählt, daß Du ſie geſehen haſt, bevor Du ſie wählteſt. Auch meine ich, hat ſie ein gutes und ſanftes Herz, wel ches Dich zärtlich liebt, und welches Du vielleicht wieder lieben wür deſt, wenn Du Dir die Mühe geben wollteſt, es zu erkennen und zu verſtehen. Und dann zuletzt noch, mein Sohn, ſollteſt Du daran ge⸗ denken, daß Du dereinſt der Kaiſer ſein wirſt, und Deinem Throne Erben geben mußt. Wenn Joſepha die Mutter Deiner Söhne ſein wird, ſo wirſt Du's nicht mehr ſehen, daß ſie häßlich iſt!

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