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Werd' ihm das ganze Militairweſen zu verwalten geben, rief die Kaiſerin freudig, das iſt gute Mannesarbeit, und darauf verſteht der Joſeph ſich beſſer, als ich. Werd' ihm nimmer drein reden in ſein Kriegsdepartement und ihn allzeit da ſeinen Willen haben laſſen.*) Dafür werd' ich aber auch meinen Willen haben können in den an⸗ dern Departements, und ich denk' doch, daß ich nicht zum zweiten Mal einen Gegenkaiſer haben werd'. Würde ihn aber auch zu beſiegen ſuchen, wie ich den Herrn Churfürſten von Baiern, den ſie Kaiſer Karl VII. nannten, beſiegt habe!— Ich denke es wird das Beſte ſein, den Kaiſer gleich davon zu benachrichtigen, daß ich wieder die Kaiſerin bin, und die Frau Joſepha mag' auch erfahren, daß die Maria Thereſia nicht mehr die verwittwete Kaiſerin iſt, ſondern wie⸗ der die regierende! Bleibe freilich in meinem Herzen immer noch die verwittwete Kaiſerin, und werd's nimmer und nimmer verwinden und vergeſſen, was ich verloren hab'! Die Trauer wird nie von meinem Herzen weichen, und ſoll's auch nicht von meiner Geſtalt.**) Aber über meiner Wittwenhaube will ich wieder meine Krone tragen, und weil Er's denn auch meint, daß es ſo beſſer iſt, ſo will ich dem lie⸗ ben Oeſterreich ſeine Kaiſerin Maria Thereſia wieder geben!
V. Mutter und Sohn.
Der Traum war zu Ende, der ſchöne beſeligende Traum von Menſchenbeglückung und Reformen, die Zügel der Regierung waren
*) Hübner. I. S. 31.
**.) Maria Thereſia legte in der That niemals die Trauerkleider und die ſchwarze Krepphaube wieder ab, und blieb auch äußerlich immer die trauernde Wittwe ihres„großen und geliebten Kaiſers.“ Am 18. jeden Monats, als dem Sterbetage ihres Gemahls, zog ſie ſich in ihre Gemächer zurück, um in Einſamkeit und Stille um ihn zu weinen. Jedes Jahr an ſeinem Todestag ließ ſie ſich in die Kaiſergruft hinab, um dort an des Kaiſers Sarge Stun⸗
den lang auf ibren Knieen für die Ruhe ſeiner Seele zu beten. Ihr Schlaf⸗ zimmer behielt immer ſeine Trauer⸗Decoration, ebenſo wie ihre Kutſchen, die
Livre ihrer Dienerſchaft ꝛc. Karoline Pichler: Denkwürdigkeiten. Th. I. S. 28.
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