Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 3. Band (1857)
Entstehung
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die Kaiſerin raſch, werd' für mich und meine Nachfolger feierlich dem Beſitz von Teſchen entſagen, und es dem Brautpaar ſchenken. Und was ihr ſonſtiges Etabliſſement anbetrifft, ſo iſt es Seine Sorge, Herr Fürſt, dem jungen Gemahl meiner Tochter eine paſſende Stelle auszuwirken.

Machen wir den Herzog von Teſchen zum General⸗Capitain und Statthalter von Ungarn, ſagte Kaunitz, das iſt zugleich ein wirkſames Mittel, die Ungarn Oeſterreichiſch zu machen, und der Erzherzogin und ihrem Gemahl eine würdige Stellung zu geben.

Die Kaiſerin nickte lebhaft mit dem Haupte. Hör' Er, ſagte ſie, Er hat doch allzeit Seinen Kopf auf der rechten Stell, und man ſollt, manchmal wahrhaftig vermeinen, daß Er ſogar auch Sein Herz auf der rechten Stell' hätt', weil Er ſo gut verſteht, Anderer Herzen zu errathen! Er hat da einen guten und prächtigen Plan in aller Schnel⸗ ligkeit entworfen, und ich weiß ſchon, daß Er verſteht Seine Pläne auszuführen. Die Chriſtine wird alſo Statthalterin von Ungarn wer⸗ den, und ſie und ich wir werden's Ihm Beide danken, daß Er eine ſo gute Idee gehabt. Jetzt aber quält mich nur noch Eins, und geht mir bang im Kopf herum. Ich mein', der Joſeph wird ſich ſehr ſek⸗ kiren, wenn's wieder vorbei ſein ſoll mit ſeiner Alleinherrſchaft, und wenn die Mutter wieder die Zügel der Regierung aus ſeinen Händen nehmen will.

Ich denk', Ew. Majeſtät haben ihn nicht zum Alleinherrſcher, ſondern nur zum Mitregenten ernannt? fragte Kaunitz mit ſeiner kau⸗ ſtiſchen Ruhe.

Freilich habe ich das nur, ſagte Maria Thereſia, und es iſt mein Recht, auch wieder meine Arbeit aufzunehmen. Die Kaiſerin hat Recht, aber der Mutter thut's doch weh, und es will mir ſchier das Herz verſetzen, wenn ich denk', wie ſeine großen blauen Augen auf einmal ſo finſter und traurig ausſchauen werden. Hab', glaub' ich, nimmer den Muth, ihm zu ſagen, daß ich wieder die alleinregierende Kai⸗ ſerin ſein will.

So werden Ew. Majeſtät ihn noch ferner Ihren Mitregenten ſein laſſen, nur werden Sie ſeine Macht beſchränken, und ihm vielleicht ein beſonderes Departement anweiſen, in dem er ſchalten und walten kann. Da iſt zum Beiſpiel das Departement des Krieges.

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