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Für welche von meinen Töchtern? fragte die Kaiſerin unruhig.
Für diejenige, welche Ew. Majeſtät wählen wollen!
So ſei es meine Tochter Johanna, ſagte die Kaiſerin raſch. Sie iſt jung und ſchön, und hat ein ſtolzes und kaltes Herz, das nit ſo ſehr fragt nach innerem Glück, als nach äußerem Glanz. Geb' alſo der Politik eine meiner Töchter dahin, dafür muß Er mir aber das Recht laſſen, eine andere Tochter ihrem Herzen folgen zu laſſen. Die Chriſtine hat ſich's einmal in den Kopf geſetzt, glücklich ſein zu wollen in ihrer Weiſe, und ich meine, wir wollen's ihr gönnen! Sind überdies dem Hauſe Sachſen wohl eine Entſchädigung ſchuldig für den Refus, den damals die arme Prinzeſſin Kunigunde hat von dem Joſeph erfahren müſſen; wollen alſo dem Churfürſtenhauſe, welches allzeit redlich und treu zu uns gehalten hat, beweiſen, daß wir deſſen gedenken in Liebe und Anhänglich⸗ keit. Der Prinz Albert von Sachſen iſt nun einmal meiner Chriſtine an's Herz gewachſen, und es würd' ſchier ſich verbluten, wenn wir ihn ihr entriſſen. Laſſen wir alſo die jungen Liebesleut' ſich einander vermählen, denk' wohl, daß wir reich genug ſind an Geld und an Töchtern, um auch eine Partie d'inclination in unſerer Familie zu haben.
Wollen mir dafür Ew. Majeſtät die jüngſte der Erzherzoginnen Marie Antoinette für unſere politiſchen Zwecke aufbewahren, und dieſer keine Partie d'inclination geſtatten?
Will ſie Ihm aufbewahren für die Politik und für den Thron von Frankreich. Nicht wahr, den meint Er doch?
Ja, Majeſtät, den mein' ich. Der Sohn des Dauphin wächſt heran, und wie ſehr ſein Vater auch ein Feind des Hauſes Oeſterreich iſt, Choiſeul und die Marquiſe Pompadour ſind für uns, und Marie Antoinette wird dereinſt Königin von Frankreich werden! Das bleibe vorläufig indeſſen noch unſer Geheimniß, Majeſtät! Während Ew. Majeſtät die junge Erzherzogin zu einer Königin von Frankreich erziehen, wollen wir die andern Erzherzoginnen vermählen. Zuerſt alſo, wie Ew. Majeſtät befehlen, die Erzherzogin Chriſtine. Wir werden für ſie und ihren Gemahl ſchon ein paſſendes Arrangement finden, und Ew. Majeſtät werden ſchon für eine würdige und glänzende Ausſtattung Sorge tragen.
Ich geb' ihr zum Hochzeitsgebind' das Herzogthum Teſchen, ſagte 1


