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den Kindern einen Gouverneur giebt, der ihr Geiſtesleben überwachen, und allmälig ihre Gedanken reifen und ihren Geiſt ſich entwickeln laſſe, ſo kann man auch die Völker nur allmälig aus der politiſchen Schule in die Freiheit des öffentlichen Lebens hinausführen, nur all⸗ mälig ihnen den Horizont des Geiſtes erweitern, und ihnen eine Umſchau geſtatten. Wenn man den Staarkranken operiren, und ihn dann ganz plötzlich in die Helle des Tages führen will, ſo wird er wieder erblin⸗ den und alsdann rettungslos verloren ſein. Daran hat der junge Kaiſer nicht gedacht, wenn er die Cenſur und auch die Keuſchheits⸗Commiſſionen, und die Penſionen ganz plötzlich und auf einmal abzuſchaffen gedenkt. — Cw. Majeſtät haben vielleicht in dieſen Dingen ein wenig zu viel gethan, der junge Kaiſer aber will ganz gewiß darin zu wenig thun. Mit dem Niederreißen des Alten allein iſt es nicht gethan, man muß auch Neues zu bauen verſtehen, und das ſehe ich hier noch nicht. Ich ſehe überall nur Verbote, aber Verbote ſind noch keine neue Geſetze,
ſie bauen nicht auf, ſie reißen nur nieder!— Das, Majeſtät, ſind meine
Gedanken über das junge Regiment des jungen Kaiſer Joſephs, und das Reſultat meines Nachdenkens. Der Kaiſer Joſeph würde, wenn er die Macht behält, niederreißen und immer niederreißen, bis ganz Oeſterreich ein einziger Schutthaufen iſt; er würde alle alten ſchadhaften Gebäude zertrümmern, aber dieſe Trümmer würden den Erdboden be⸗ decken, und es würde kein Platz da ſein, neue Gebäude von ſeiner Er⸗ findung aufzuführen, deshalb würden ihn die Völker nicht den Er⸗ bauer, ſondern den Zerſtörer nennen!— Bewahren Ew. Majeſtät vor dem Fluch eines ſolchen Namens Ihren erſtgebornen Sohn, be⸗ wahren Sie vor dem Unheil eines ſolchen Regimentes Ihre Länder und Völker. Gott hat Ihnen eine Krone gegeben, und Sie haben geſchworen, ſie treu auf Ihrem Haupte zu bewahren, Sie ſind es Ihren Völkern und auch Ihrem Sohne ſchuldig, daß Sie das alte Oeſterreich nicht zerſtören laſſen, bevor nicht das neue, an dem wir mit ſorgſamer Hand ſeit zehn Jahren bauen, vollendet ſei. Aber wir haben noch viel zu bauen, Majeſtät, und viel zu thun bis dahin. Wir müſſen erſt feſte, unzerreißbare Klammern in das neue Gebäude ſchieben, ſonſt wird der junge, unbeſonnene Kaiſer ſo heftig daran rütteln, daß es zuſammen⸗ fällt. Ew. Majeſtät müſſen alſo bleiben, was Sie ſind, die regie⸗


