Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 2. Band (1857)
Entstehung
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Ich erfuhr's, man verrieht ihn mir. Unleugbare Beweiſe ſeiner Schuld lagen mir vor, ich überzeugte mich mit meinen eigenen Ohren und Augen von ſeinem Verbrechen. Er war ein Hochverräther, er hatte den Tod verdient, ich hätte ihn ergreifen, vor Gericht ſtellen und zum Tode verurtheilen können, er würde als ein Verbrecher auf dem Schaffot gefallen ſein! Aber ich hatte Mitleid mit ſeinem Hauſe, ich wollte die Ehre ſeines Vaters und ſeiner Familie nicht beflecken. Statt ihn öffent⸗ lich zu verurtheilen, ſtrafte ich ihn in der Stille, denn in meine Hand hat Gott das Amt gelegt zu ſtrafen und zu richten. Ich war ſein von Gott beſtellter Richter, und aus Erbarmen verurtheilte ich ihn zu einem ſtillen geräuſchloſen Tode. Soll ich Dir jetzt den Namen dieſes Hoch verräthers nennen?

Nein, nennen Sie ihn nicht, rief ſie todesbleich. Laſſen Sie dieſen Namen nicht über Ihre Lippen gehen, indem ſie ihn einen Hochver⸗ räther nennen!

Höre weiter! Dieſer Hochverräther, den ich richtete, kraft des Ge⸗ ſetzes und meiner mir von Gott verliehenen Macht, dieſer Hochverräther hat eine Mitſchuldige. Gott hat ſie ſo geſtellt, daß ich ſie nicht ſtrafen kann und will in ihrer eigenen Perſon. Aber wenn ſie es wagt ſich mir zu widerſetzen, wenn ſie nicht ſtumm und gehorſam meinen Befehlen genügt, wenn ſie nicht ohne zu murren, lächelnd ſogar meinen Forde⸗ rungen entſpricht, und pünktlich meine Wünſche erfüllt, ſo werde ich ſie ſtrafen, nicht in ihrer eigenen Perſon, aber an der Familie ihrer Mitſchuldigen. Ich werde alsdann kein Mitleid mehr haben, ich werde das Verbrechen ihres ſchon begrabenen Mitſchuldigen aller Welt ver⸗ kündigen, ich werde die Güter des Hochverräthers, welche dem Geſetz verfallen ſind, einziehen, ich werde ſeinen Namen brandmarken mit dem Stempel der Schande und des Verbrechens, ich werde ſeine Eltern und ſeine Schweſter, die dann nichts mehr beſitzen werden als einen entehrten Namen, aus meinen Landen verbannen, und ſie mögen in der Fremde betteln gehen, ich

Halten Sie ein, mein Vater, rief die Prinzeſſin todesbleich, an allen Gliedern bebend, halten Sie ein. Ich bin bereit zu thun, was Sie befehlen, bereit mich zu vermählen, wenn Gott mich dazu verdammt, noch länger zu leben. Ich werde in allen Dingen Ihren Befehlen ge⸗