Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 2. Band (1857)
Entstehung
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dahin. Leuchte ihr, leuchte ihr, Mond, daß ſie Ihn findet, den ſie ſucht, leuchte ihr, daß ſie noch einmal ſich Aug' in Auge ſehen, noch einmal, eh' ſie ſcheiden auf ewig!

Jetzt biegt ſie im raſenden Lauf um die Ecke der Allee, und nun tönt ein ſchrillender Entſetzensſchrei von ihren Lippen, und ſie ſtürzt zur Erde nieder neben dieſer Geſtalt, die da lang hingeſtreckt am Boden liegt.

Ja, er iſt es, Er, den ſie liebt, Er, der die Seele ihrer Seele, das Leben ihres Lebens iſt! Und er liegt kalt, regungslos da, das ge⸗ brochene Auge blickt ſtarr empor zum Himmel, die bläulichen Lippen ſind halbgeöffnet, und Todesgeſtöhn zittert aus ihnen hervor. Noch lebt er alſo, und das Blut, das aus dieſen zwei Wunden hervorſtrömt, iſt noch warm.

Sie neigt ſich über ihn, ſie küßt ſeine erkaltenden Lippen, ſie reißt das weiße Spitzentuch von ihren Schultern, und drückt es auf ſeine Wunden, um das ſtrömende Blut aufzuhalten. Das Tuch wird pur⸗ purroth von ſeinem Blute, aber ſeine Lippen werden bleicher, ſelbſt unter ihren Küſſen. Sie fühlt's, ſie fühlt's, daß da neben ihr ein Anderer iſt, der dieſe Lippen küßt, und dieſer Andere iſt der Tod. Sie fühlt, wie ſeine Glieder erſtarren, wie das Todtenröcheln allmälig verhaucht.

Oh nimm mich mit Dir! Nimm mich mitt ſchreit ſie in wahn⸗ ſinnigem Schmerz, ihn umklammernd mit ihren Armen, ſein Antlitz überſtrömend mit ihren Thränen, die Bächen gleich aus ihren Augen ſchießen. Nimm mich mit Dir! Habe Erbarmen mit meinem Jammer! Löſe meine Seele, die in Deiner Seele lebte, auf, daß ſie mit Dir entflattere! Oh Geliebter, nur Ein Wort, einen letzten Blick! Geh nicht von hinnen, ohne mir Lebewohl geſagt zu haben. Du ſchweigſt! Du antworteſt mir nicht?

Sie ſtarrt ihn an in athemloſer Erwartung, und dann, wie er ſchweigend, regungslos da liegt, ſchleudert ſie ihre Arme gen Himmel empor, und ruft in wilden Jammertönen: mein Gott, mein Gott, nimm ſeine fliehende Seele nicht auf, bevor ſie mir nicht den Troſt gegeben hat, mir zu ſagen, wann ich ihr folgen werde! Nimm ſeine fliehende Seele nicht auf, halte ſie ſeſt auf ſeinen Lippen, daß ſie noch einmal zu mir ſprechen!

Ihre Arme ſinken hernieder und legen ſich wieder um ſeine Ge⸗ ſtalt, ihr Haupt lehnt matt an ſeinem erkaltenden Geſicht, und ihre

Lipp und nüich

halt zuri gen, lett ſein dät ohn