vrin her. ſüße eine fort chen Ge⸗ nter Hich
gen
uns
Er war der Freund und Lehrer meiner Jugend! Er wird uns nicht verrathen!
Nun denn auf morgen! Und Gott ſegne unſre Liebe! Horch, rauſcht es dort nicht im Gebüſch?
Es iſt der Wind, der in den Pinien rauſcht.
Der Wind! Er treibt die Wolken aus einander! Geh!
Lebe wohl! Auf Morgen!
Morgen! 8
Der Mond trat hinter den Wolken hervor, und eine ſilberne Helle lagert ſich über dem Park; deutlich ſieht man dieſe hohe männliche Geſtalt, die da vom Balcon zurücktritt, und mit raſchem Schritt die Allee hinabeilt; deutlich ſieht man dieſe ſchlanke weibliche Geſtalt, die da über den Balcon ſich lehnt, und in ihren Augen, welche mit ſtarrem Blick dem Geliebten nachſchauen, leuchtet der Mond.
Jetzt ſieht ſie ihn nicht mehr, doch bleibt ſie ſtehen, und lauſcht mit angehaltenem Athem, lauſcht auf die ſüße, ſchweigende Nacht, auf das Plätſchern der Kaskaden, auf das Rauſchen der Pinien, auf das Flöten der Nachtigall. Aber horch, was iſt das? Ein Schrei, ein furchtbarer, entſetzlicher Schrei unterbricht auf einmal dieſe ſüße Stille. Von dorther kommt dieſer Schrei, wohin Er gegangen iſt, Er, dem ſie nachſchaute in athemloſer Angſt und Liebe.
Noch ſteht ſie zitternd, zweifelnd an ihrem eigenen Gehör, da— noch einmal, noch entſetzlicher, ſchneidender wiederholt ſich dieſer Schrei!
Sein Todesſchrei! ruft ſie mit herzzerreißendem Jammerton, und kaum wiſſend was ſie thut, der Gefahr nicht achtend, nichts hörend, als dieſen fürchterlichen Schrei, der ſie zu rufen ſcheint, ſchwingt ſie ſich über das Geländer des Balcons, wie von Mondſtrahlen getragen, ſchwebt ſie von der Balluſtrade hinunter auf die Erde. Der Fall hat ſie nicht beſchädigt, nicht betäubt, einen Moment nur ſchwankt ſie ſchwin⸗ delnd hin und her, dann ſtürzt ſie vorwärts, die Allee hinauf. Deut⸗ lich ſieht man jetzt im Mondenſchein dieſe zarte ſchlanke Geſtalt in dem fliegenden, weißen Gewande, wie ſchwarze Nachtvögel umflattern ihre vom Nachtwind bewegten Locken ihr Haupt, der Mond wirft ihre Ge⸗ ſtalt in einem langen ſchwarzen Schatten auf die Pinienhecke, und wie ein dunkles Geſpenſt fliegt dieſer Schatten neben der weißen Geſtalt


