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waren verſiegt, ſeine Lippen zitterten nicht mehr, der alte Trotz war wieder in ſein bleiches Antlitz zurückgekehrt, ſein Blick war wieder kalt und trübe.
Er verneigte ſich tief vor ſeiner Mutter. Ich habe die Worte Eurer Majeſtät gehört, ſagte er mit hartem, rauhen Ton, es iſt meine Pflicht, zu gehorchen! Erlauben mir Ew. Majeſtät alſo, daß ich gehe, dieſen Soldatenrock, der ſich nicht mehr für mich ziemt, auszuziehen, und meine ſpaniſchen Gewänder wieder anzulegen.
Ohne eine Antwort der Kaiſerin abzuwarten, wandte er ſich um, und haſtig das Gemach durchſchreitend, eilte er der Thür zu.
Die Kaiſerin ſah ihm ſtumm und kalt nach. Aber als die Thür ſich hinter ihm ſchloß, nahmen ihre Züge einen angſtvollen, zärtlichen Ausdruck an, und ſich an ihren Gemahl wendend, ſagte ſie haſtig: geh ihm nach, Franzel. Suche ihn zu tröſten und zu beruhigen. Bleib' bei ihm, daß er ſich kein Leid's anthut. Es iſt ein ſo wildes Blut!
In dieſem Augenblick hörte man vom Vorzimmer her einen Schrei, dem ein dumpfer Ton, wie das Fallen eines ſchweren Körpers folgte.
Hilf Gott, das iſt Joſeph! rief die Kaiſerin entſetzt, und aller Rückſicht und aller Etiquette vergeſſend, eilte ſie vorwärts, riß, gefolgt von ihrem Gemahl, die Thür auf und ſtürzte in den Vorſaal.
In der Mitte des Saales lag ihr Sohn bleich und leblos am Boden, der Schmerz hatte ihn übermannt, er war ohnmächtig geworden.
Die Kaiſerin ſtieß alle die, welche um ihn beſchäftigt waren, zu⸗
(rück, ohne ein Wort zu ſagen, ohne eine Klage hören zu laſſen. Die
Angſt der Mutterliebe gab ihr Rieſenkräfte, den ohnmächtigen Sohn mit ihren beiden Armen umſchlingend, hob ſie ihn leicht wie eine Feder empor, und ſein kaltes Antlitz mit ihren Küſſen bedeckend, trug ſie ihn mitten durch die Schaar der entſetzten ſtarren Hofleute dahin, in ihr Gemach, wo ſie ihn ſanft auf ihrem Divan bettete.
Niemand hatte gewagt, ihr bis dahin zu folgen, nur der Kaiſer ſtand neben ihr und reichte ihr jetzt die Riechfläſchchen und Salze dar, die auf ihrem Tiſche geſtanden und auf die ſie mit ſtummer Hand hin⸗
8 gedeutet hatte. Sie rieb dem Sohn die Schläfe mit den Eſſenzen, ſie
hielt die flüchtigen Salze unter ſeine Naſe und als er ſich endlich zu negen begann, als der erſte Athem ſich aus ſeiner Bruſt emporrang,
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