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nur, damit ich nicht mehr ſehe, wie ſie das edele Herz meiner erhabe⸗ nen Mutter betrügen und hintergehen, und wär's auch nur, um Ihnen zu beweiſen, daß Ihr Sohn nicht ſo ſchlecht und ſo verderbt iſt, wie die frommen Herren es Sie glauben machen. Oh meine Mutter, ha⸗ ben Sie Erbarmen, auf meinen Knieen flehe ich Sie an, retten Sie mich und laſſen Sie mich gehen!
Und der junge Erzherzog ſtürzte auf ſeine Kniee nieder, die Hände flehend zu der Kaiſerin erhebend. Die lang zurückgehaltenen Thränen brachen in wilden Fluthen aus ſeinen Augen hervor, der wilde Jugend⸗ zorn hatte ſich ausgetobt, und eine maßloſe Traurigkeit überkam ihn jetzt. Er ſchlug ſeine beiden Hände vor ſein Angeſicht und weinte bitterlich.
Der Kaiſer, mühſam ſeine eigenen Thränen zurückhaltend, trat dicht zu ihm heran, und die Hand auf das Haupt ſeines knieenden Sohnes legend, ſchaute er flehend hinüber zu der Kaiſerin.
Seien Sie milde und erbarmungsvoll, meine Gemahlin, ſagte er ſanft. Vergeben Sie ihm alle die harten und ungerechten Worte, welche er geſprochen in der Bitterniß ſeines erſten Schmerzes, und wenn es ſein kann, ſo haben Sie Erbarmen, ſo richten Sie ihn auf aus ſeiner Verzweiflung, und erfüllen ihm, was er ſo ſehr wünſcht!
Ich wollte, daß ich es vermöchte, ſagte die Kaiſerin faſt traurig, aber er hat's mir unmöglich gemacht. Ich darf nicht ſeinem Trotz nachgeben, und das Mutterherz darf nicht bei der Kaiſerin ſprechen für den rebelliſchen Sohn, was er geſagt hat, vergebe ich ihm, und will's zu vergeſſen ſuchen. Weiß wohl, daß die Jugend in ihrem Zorn nicht weiß, was ſie thut und ſpricht. Bin auch jung geweſen und ſtürmiſch, und fühl' daß der Joſeph mein Sohn iſt! Es iſt das ſpaniſche Blut,
das zuweilen in uns kocht und tobt. D verzeihe ich dem Joſeph und— werd's ſelbſt in der Beicht, nich en, was ich hier gehört
habe, vielleicht erfährt's dann auch Gott nicht, Hergeben will ich, aber
— ſeinen Willen kann ich ihm nun und nimmeimehr thun! Das hieße
ihn beſtärken in ſeinem Trotz, das wär' nichts weiter, als einem eigen⸗ ſinnigen Kinde erlauben, mit dem Feuer zu ſpielen, weil es ſchreiend es begehrt! Stehe auf, mein Sohn Joſeph, ich will vergeben und ver⸗ geſſen, aber was ich geſagt habe, habe ich geſagt! Du bleibſt hier!
Joſeph erhob ſich langſam von ſeinen Knieen. Seine Thränen
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