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3 gogen, welche mich marterten mit ihrer ſtumpfſinnigen Pedanterie, welche 3 unter dem Vorwand, meinen Trotz brechen zu wollen, mir mein eigenes bin Denkvermögen, meinen eigenen Willen brechen wollten. Und da wa⸗ ber ren endlich die heuchleriſchen Patres, welche mit ihren Gebeten und de Litaneyen meine Seele und meinen Verſtand umnebeln wollten, damit und ich dereinſt ein Fürſt werde in ihrem Sinn, das heißt, ein verdummter, der bigotter Diener der Kirche. Mäßige Dich, mein Sohn, rief der Kaiſer entſetzt, bedenke, was
an⸗ Du ſprichſt. du Laſſen Sie ihn, mein Gemahl, es iſt gut, daß ich einmal auf den i Grund ſeiner Seele ſehen kann! uu. Oh auf dem Grund meines Herzens iſt viel Jammer und Herze⸗ 1 leid, ſagte Joſeph mit einem bittern Lachen, und wenn vielleicht auch en, Perlen darin geweſen ſind, ſo haben es die Herren Pfaffen verſtanden, er ſie mit dem ätzenden Gift ihrer Heuchelei zu zerſtören. Oh Mutter, ah⸗ laſſen Sie mich gehen, und wär's auch nur, um dieſen frommen Her⸗ en. ren, die hier am Hofe herrſchen, freies Feld zu laſſen, und wär's auch ſe.— 4. Knaben in Uneinigkeit, und je älter ſie wurden, deſto mehr ſteigerten ſich ihre /6 an durch mancherlei Umſtände genährten Zwiſtigkeiten. Erzherzog Carl, verwöhnt A . von der Liebe ſeiner Aeltern, und den Schmeicheleien des ganzen Hofes, be⸗ 14 9 gegnete ſeinem Bruder oft mit Spott und Uebermuth, und rühmte ſich, daß 7. al. er die„Purpurgeburt“ voraus habe, nämlich geboren ſei, als ſein Vater ſchon 1 die zum Kaiſer erwählt worden, während Joſeph nur der Sohn des Herzogs cht von Toskana geweſen. Carl war von hervorragenden Fähigkeiten, aber von ei⸗ 6 heftigen Leidenſchaften, und ſtolzem dominirendem Charakter, und ließ Joſeph as bei allen Gelegenheiten auf das Bitterſte das Uebergewicht ſeiner bevorzugten 2 en Stellung fühlen, was von dieſem mit Heſtigkeit und Zorn zurückgewieſen ward. ar So war allmälig zwiſchen wen eine heftige Feindſchaft ausgebrochen, als Karl gefährlich erkrand ſeiner Todesſtunde fühlte er ſelber ſein Unrecht, i und er geſtand es m hmer. Als Märia Thereſia, in Thränen Ferfließend, er an dem Bette ihres ſterbenden Lieblings ſaß, nahm der Prinz ihre Hand und aß drückte ſie zärtlich an ſeine Lippen.„Madame, ſagte er, klagen Sie nicht über a⸗ meinen baldigen Tod; denn hätte ich gelebt, würde ich Ihnen noch weit mehr
Veranlaſſung zu Thränen gegeben haben.“ Wenige Stunden darauf ſtarb er, kaum -- ſechszehn Jahre alt, im Februar 1761. Wraxall. Memoirs of the Courts of Ber- en lin, Vienna etc. Vol. II. S. 385.
Kalſer Joſeph. 1. Ahth. I.„ 4
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