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Die Kaiſerin, in Zorn erglühend, hatte ſchon den Mund zu einer Erwi⸗ derung geöffnet, als ihr Gemahl ihr ſanft die Hand auf die Schulter legte und dadurch das heftige Wort, das auf ihren Lippen ſchwebte, zurückhielt.
Ich bittte Sie, meine Gemahlin, ſagte er leiſe, bedenken Sie, daß wir nicht allein ſind. Der Joſeph iſt jetzt ein erwachſener Menſch und es darf wohl Niemand Zeuge ſeiner Demüthigung ſein, Niemand als ſeine Aeltern. Haben Sie daher die Gnade, den beiden Herrſchaften zu bedeuten, daß ſie uns allein laſſen!
Und warum ſoll ich das thun, rief die Kaiſerin, meine treueſten und ergebenſten Diener dürfen immerhin hören, was ich dem Herrn Sohn da zu ſagen habe, und ich wünſche, daß ſie meine Worte hören, und auch die Antworten, welche mir der junge Kaiſer der Zukunft zu geben wagt!
Aber Verzeihung, Majeſtät, ſagte der Kaiſer feſt, ich wünſche nicht, daß dies geſchieht, und wie mir ſcheint, habe ich wohl einiges Recht, wenigſtens in dem Innern unſerer Gemächer zu gebieten, und meinem Willen Gehör zu verſchaffen. Wenn Ew. Majeſtät daher der Frau Gräfin und dem Herrn Pater nicht befehlen wollen hinaus zu gehen, ſo werde ich es thun!
Maria Thereſia blickte faſt entſetzt in das Antlitz ihres Gemahls, das ſie nie ſo ernſt und ſtrenge geſehen. Sie fand in ihrer Beſtür⸗ zung kein Wort der Erwiederung. Der Kaiſer wartete einen Moment, und als Maria Thereſia noch immer ſchwieg, wandie er ſich zu den Beiden um, die da noch immer neben dem Dipan ſtanden, und mit geſpannter Aufmerkſamkeit der Scene gefolgt waren.
Ich erſuche die Frau Gräfin und den Herrn Pater uns zu ver— laſſen, befahl der Kaiſer. Familienangelegenheiten.
Aber das fromme Paar blieb unbeweglich ſtehen, und ſchien die Worte des Kaiſers gar nicht gehört zu haben. Die Gräfin Fuchs blickte mit ihrem gewohnten kalten und ernſten Ausdruck auf die Kaiſerin hin, der Pater Porhammer hatte den Blick geſenkt, die Hände gefaltet und ſchien zu beten.
Dieſes trotzige Nichtbeachten der Befehle die Kaiſerin, und ſie fühlte jetzt, daß es an ihr ſei, eine Genugthuung zu geben.
2 Frau Gräfin Fuchs, ſagte ſie, o
ihres Gemahls verletzte ihrem Gemahl
hne Zweifel hat der Kaiſer nicht laut


