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wenig mehr Sanftmuth und Liebe in ſein ſtarres Herz ergießen. Er ſoll es lernen Gott zu dienen, und—
Sr. Majeſtät der Kaiſer, und Sr. kaiſerliche Hoheit der Erzherzog, meldete der eintretende Oberhofmeiſter, auf den Wink der Kaiſerin die Thüren öffnend..
Maria Thereſia ging den Eintretenden lebhaft entgegen, und be⸗ grüßte ihren Gemahl mit einem haſtigen Neigen ihres Hauptes.
Ew. Majeſtät bereiten mir eine große Ueberraſchung, ſagte ſie be⸗ tonend, zu ſo ungewohnter Stunde zu mir zu kommen.
Glaub's wohl, Majeſtät, ſagte der Kaiſer lächelnd, Sie haben mich nicht erwartet, aber es iſt heute ein ungewohnter Tag, und deshalb wird mir meine Gemahlin wohl die ungewohnte Stunde meines Be⸗ ſuches verzeihen. Ich war bei dem Erzherzog, als Ihre Botſchaft an— langte. Denn Ew. Majeſtät werden es natürlich finden, wenn ich den letzten Tag, den der Joſeph bei uns verlebt, ſo viel als möglich in ſeiner Geſellſchaft zubringen möchte, und da ohne Zweifel Ew. Majeſtät dem Sohn nichts zu ſagen haben, was der Vater nicht hören dürfte, ſo habe ich mir erlaubt den Joſeph zu Ew. Majeſtät zu begleiten.
Und in welcher ſeltſamen und ungewohnten Tracht erlaubt ſich denn der junge Erzherzog da zu uns zu kommen? fragte Maria Thereſia, ihre glänzenden Blicke auf das Gewand ihres Sohnes heftend.
Verzeihung, Majeſtät, ſagte Joſeph, ich hatte eben dies Gewand anprobirt, als der Befehl Ew. Majeſtät kam, und um ſogleich dieſem Befehl zu folgen, blieb mir keine Zeit übrig, das Kleid zu wechſeln.
Auch ſieht er, wie mir ſcheint, ſtattlich und ſchön aus in dem Soldatenkleid, rief der Kaiſer, und ich denke, er wird einen ſtolzen und ſchmucken Soldaten abgeben!
Die Kaiſerin war in ihrem Herzen ganz mahls, und daß ſie's war, verdroß ſie um ſo mehr. ihre Stirn in finſtere Falten und preßte die Lippen heftig auf einander, wie ſie's zu thun pflegte, wenn ihr Gemüth ſtark erregt war.
Du hältſt es alſo wohl ſchon für eine ganz ausgemachte Sache,
der Meinung ihres Ge⸗ Sie legte daher
daß Du Soldat wirſt, und in's Feld rückſt, mein Sohn? fragte ſie mit
fliegendem Athem. Joſeph richtete ſeine großen blauen Angen mit einem faſt flehen⸗


