Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 2. Band (1857)
Entstehung
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105 II. Die Kaiſerin und ihr Sohn.

Graf Dominik hatte ſich nicht getäuſcht. Es war eine Botſchaft der Kaiſerin, welche den Corridor heraufgeſchritten kam, es war der Oberhofmeiſter, begleitet von vier kaiſerlichen Kammerherren, welche jetzt in den Vorſaal des Erzherzogs eintraten, um im Namen kaiſerlicher Majeſtät den Erzherzog Joſeph einzuladen, ſofort und unverzüglich zu der Kaiſerin ſich zu verfügen, weil dieſelbe ihm eine wichtige Mittheilung zu machen wünſche.

Ueber Joſephs Wangen ergoß ſich eine tödtliche Bläſſe und ſeine ganze Geſtalt erzitterte. Der Kaiſer fühlte es, und drückte den Arm ſeines Sohnes feſter in dem ſeinen. Muth, mein Sohn, Muth! flüſterte er leiſe, und ſich dann an den Oberhofmeiſter wendend, ſagte er laut: melden Sie Ihrer Majeſtät der Kaiſerin, daß ich ſelbſt ihr den Erz herzog zuführen werde, und als der Oberhofmeiſter unſchlüſſig und verlegen ſich nicht von der Stelle bewegte, fuhr der Kaiſer lächelnd fort: nun ich ſehe ſchon! Majeſtät hat Ihnen befohlen, den Erzherzog ſogleich ſelbſt zu ihr zu führen. Kommen Sie alſo, mein Sohn, laſſen Sie uns dieſen Herren vorangehen zur Kaiſerin.—

Maria Thereſia ging mit haſtigen, unruhigen Schritten im Gemach auf und ab. Ihre großen flammenden Augen richteten ſich immer wieder mit ängſtlichem Ausdruck der Thür zu, und ſo oft ſie draußen ein Geräuſch, oder das Nahen von Fußtritten zu vernehmen glaubte, ſtand ſie ſtill und athmete hoch auf, wie in innerer Angſt und Furcht.

Ich weiß nicht, ſagte ſie, ſich plötzlich an den Pater Porhammer wendend, der mit der Gräfin Fuchs neben dem Canapsé ſtand, welches die Kaiſerin vorher in der Ungedaſd ihres Heerzens verlaſſen hatte, ich weiß nicht, ehrwürdiger Vater, Kelch eine ſellſame Beklemmung mich

überfällt, wenn ich denke, daf der goſeph komunt. Ich habe ein Ge⸗

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fühl, als ob ich im Begrifft wäre ein Unrecht anse meinem Sohn zu be⸗ Ro Kicht möcht. ⸗

gehen, und um alle Welte 3 möchte ich das thu. u

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Ew. Majeſtät ſind fels heil im Begriff, n geliebten Sohn

aus den Klauen des und der Weltluſt zu e bretnen ſagte der

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