Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 2. Band (1857)
Entstehung
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geſchäften habe ich nichts zu thun. Der Zufall hat mir ihre Abſichten verrathen, und den Zufall zu benutzen iſt kein Unrecht vor Gott und Menſchen. Eile Dich alſo, mein Sohn. Ich nehme es auf mich, die Kaiſerin zu beruhigen und zu verſöhnen, und Sorge zu tragen, daß Dir Dein Gefolge nachgeſandt werde. Hier, ſtecke dieſe Börſe ein. Es ſind zweitauſend Louisd'or darin. Genug für einige Tage Incog⸗ nito! Nun wirf den Soldatenmantel über, und dann raſch vorwärts.

Graf Dominik ſtand ſchon mit dem Mantel bereit und warf ihn über die Schulter des Erzherzogs, der ſich mit ſtrahlenden Augen und glühenden Wangen ſeinem Vater näherte.

Oh mein Herr und mein Kaiſer, ſagte er mit vor Rührung zit ternder Stimme, mein ganzes Leben wird nicht genügen, Ihnen zu danken für dieſe Stunde! Bisher habe ich Sie vielleicht nur geliebt als meinen Vater! Von heute an aber werde ich Sie lieben als meinen Wohlthäter, als meinen beſten und großmüthigſten Freund! Meine ganze Seele und mein ganzes Herz gehört Ihnen von dieſer Stunde an, und nie ſollen Sie eine Falte darin finden!

Der Kaiſer zog den Sohn in ſeine Arme und küßte ſeine reine hohe Stirn. Lebe wohl, mein Sohn, Du gehſt als ungenannter Soldat, kehre heim als gefeierter Kriegsheld. Möge es Dir vergönnt ſein auf den Schlachtfeldern in Wirklichkeit alle die Lorbeern zu finden, die ich nur in meinen Träumen ſehen durfte! Lebe wohl!

Er drückte ihn noch einmal feſt in ſeine Arme, und drängte ihn dann ſanft zurück. Und jetzt gebe Gott, daß Du Niemand von den Schleichern in den Corridoren begegneſt, und glücklich bis zur kleinen Steintreppe gelangſt. Gehen Sie voran, Graf Kaunitz, und ſchauen Sie nach, ob keine Laurer und überflüſſige Leute da ſind!

Der Graf flog hinaus, der Kaiſer folgte ihm Hand in Hand mit ſeinem Sohn. Ich werde Dich bis zur Treppe geleiten, flüſterte der Kaiſer, ich werde Dein Sauvegarde bilden, und—

Eben ſtürzte Graf Dominik wieder von dem Corridor in den Vor⸗ ſaal herein. Es iſt zu ſpät! flüſterte er leiſe. Eine Botſchaft der Kaiſerin!

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