Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 2. Band (1857)
Entstehung
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Der Erzherzog lachte. Du biſt ein Hypochonder, Dominik, der Schmerz, Dich von mir trennen zu müſſen, hat Dich ſchwermüthig ge⸗ macht. Ich nicht zur Armee abgehen, nachdem die Kaiſerin ſchon ihre Erlaubniß ertheilt, nachdem alle Vorbereitungen ſchon getroffen ſind!

Eine Erlaubniß läßt ſich zurücknehmen, Vorbereitungen verpflich⸗ ten nicht zur Ausführung! ſagte der Graf ernſt.

Der Prinz ſah ihn betroffen an. Redeſt Du im Ernſt, Freund? fragte er. Du hältſt es wirklich für möglich, daß man mich jetzt, am Vorabend meiner Abreiſe, noch verhindern könnte, zur Armee zu gehen?

Ich halte es für möglich, Hoheit!

Der Erzherzog erblaßte, und wankte entſetzt einige Schritte zurück. Und worauf gründeſt Du Deine Vermuthung? fragte er tonlos.

Oh Prinz, es ſind mehr als Vermuthungen, es iſt leider faſt eine Gewißheit, und verzeihen Sie, daß ich es ſagen muß, ich fürchte, Ew. kaiſerliche Hoheit ſelber tragen die Schuld daran, wenn die Ma⸗ jeſtät Sie nicht reiſen läßt.

Mein Gott, was that ich denn, um eine ſo furchtbare Strafe zu verdienen? fragte der Prinz traurig.

Was Sie thaten, Hoheit? Sie nahmen die Larve von Ihrem Angeſicht, und ließen die frommen Leute, welche die Corridore des Pal⸗ laſtes durchſchleichen, und an jeder Wand ihr geheimes Ohr haben, Sie ließen die Patres Ihr wahres Geſicht ſehen, und dieſe haben der Kaiſerin eingeredet, daß es das Geſicht eines Ungläubigen, eines Gottes⸗ läſterers, eines Alles verſpottenden Weltkindes ſei. Sie ſind ſeit acht Tagen nicht zur Meſſe gegangen, Sie haben Sich nicht ſo tief wie ſonſt vor den Herrn Patres Franz und Porhammer gebückt, und endlich haben Sie geſtern der Gräfin Fuchs, welche es wagte, Ihnen eine Strafpredigt über Ihre Gottloſigkeit zu halten, lachend die Hand auf die Schulter gelegt, und geſagt: liebe Gräfin Füchſin, ich hoffe der Welt auf dem Schlachtfeld zu beweiſen, daß ich auch fromm bin, wenn ich auch nicht täglich zur Meſſe gehe! Ich werde da auf dem Schlacht⸗ feld, auf dem Altar des Vaterlandes, ſo viel Feinde als möglich nie⸗ derſchmettern, und das iſt auch ein Gott wohlgefälliges Werk! Sind das nicht Ihre Worte, Hoheit?

3 2. 1— 8 Ja, ja, es ſind meine Worte! Mein Gott, mein Herz war ſo