Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 2. Band (1857)
Entstehung
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lichen Antwort“ eine Kriegserklärung und ließ ſeine Armee in Sachſen ein⸗ Dru marſchiren. Damit war der Krieg begonnen, und ward auf beiden Seiten es er mit gleicher Erbitterung, gleicher Beharrlichkeit und Opferfreudigkeit fortge⸗ und führt. Ganz Europa war in zwei feindliche Lager getheilt, und nach und, jeder auf den Schlachtfeldern errungenen Schlacht jauchzte man auf der einen, wehklagte man auf der anderen Seite. Jubelnd hoben die „Thereſiani“ ihre Häupter nach den Schlachten von Collin, Hochkirch, und Kunersdorf, und die„Pruſſiani“ beantworteten dieſes Jubelgeſchrei nach den Schlachten von Roßbach, Leuthen und Zorndorf. Ein glühender Kriegsenthuſiasmus hatte ſich aller Gemüther bemächtigt, die Männer der verließen ihre Familien, ihren heimathlichen Heerd und eilten zu den und Fahnen, die Jünglinge, ja ſogar die unmündigen Knaben entzogen ſich und heimlich den Hörſälen, den Schulen, den Armen ihrer Eltern, um auf ich den Schlachtfeldern mit raſchen und blutigen Schwertſtreichen die hohe noch Schule des Lebens durchzuarbeiten, und entweder da Ruhm und Ehre gen oder den Tod zu finden, entweder den Lorbeer auf ihrem Haupt, oder iche die Cypreſſe auf ihrem Sarg.— da Dieſelbe Begeiſterung, derſelbe Kriegsmuth durchhallte Hütten und und Palläſte, und er war auch hineingedrungen in die Kaiſerburg zu Wien, G er hatte auch das Herz des jungen Erzherzog Joſeph erfaßt, und in ſeiner b 1 Seele mit mächtigen Flammen gezündet.— Und die Kaiſerin hatte ſich dieſer Begeiſterung ihres Sohnes nicht zu entziehen vermocht, ſie hatte endlich, obwohl widerſtrebend, ſeinen täglich ſich erneuernden Bitten, ſci ſeinem dringenden Flehen nachgegeben, und an dem Tage, an welchem ſol der Courier der Kaiſerin die Botſchaft von der bei Kunersdorf von den M. öſterreichiſchen Alliirten, den Ruſſen, über Friedrich gewonnenen Schlacht*) überbrachte, hatte die Kaiſerin eingewilligt, ihren erſtgebornen Sohn d zur Armee zu ſenden, damit er an der Seite Daun's und Laudon’'s r neue Lorbeern für Oeſterreich gewänne. dn Dieſe Erlaubniß, ſich zur Armee zu begeben, war der erſte Sonnen de ſtrahl geweſen, welcher das trübe, düſtere und einförmige Leben d 4 jungen jetzt achtzehnjährigen Erzherzogs erleuchtete. Sein Herz, welch w einſam und ſchweigend ſo lange dahin geſiecht war unter dem hart 5

*) Den 12. Auguſt 1759.