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Denken, Wollen und Können, ſoll dem Ruhm, dem Glück und der Ruhe Oeſterreichs gewidmet ſein, und möge ich eines ſchmachvollen Todes ſterben, wenn ich jemals in Einer Stunde, Einer Minute mein perſönliches Wohl den Intereſſen Euerer Majeſtät und Ihres Landes vorangehen laſſe!
Es iſt gut! Ich ſehe an Seinem Angeſicht, daß Er aus offnem wahrhaftigem Herzen ſpricht, und Gott hat Seine Worte gehört. Er iſt alſo jetzt mein Obriſthofkanzler, und mitſammen wollen wir ein neues Oeſterreich ſchaffen, aber hört Er wohl mitſammen. Denk Er nimmer, daß Er's alleine kann, und daß ſich die Maria Thereſia zu Gunſten ihres Herrn Miniſters will penſioniren und bei Seite ſchaf⸗ fen laſſen! Bleib' immer die regierende Herrin und Kaiſerin, und will Einer auch nur die Spitze ſeines Fingers auf meine Krone legen, ſo pack ich ſie mit der Hand, und ſetz' ſie ganz allein auf mein Haupt, und ſtrafe den verwegenen Hochverräther mit meinem kaiſerlichen Zorn. Meine Augen und Ohren werden immer offen ſein, und wo ich was Uebles ſehe oder höre, da werde ich es ſtrafen, und hätt's auch hun dert Mal der Herr Obriſthofkanzler und Miniſter gethan. So, und nun Er das weiß, ſo wollen wir uns einander die Hände reichen als Männer, die einander vor Gott ſchwören, ihre Pflicht zu thun, und das große Werk, das Gott in ihre Hände gelegt, heilig und treulich zu Ende zu führen.
Sie reichte Kaunitz ihre Hand dar, und der Graf ſchloß ſie feſt und ernſt in die ſeine. Ich ſchwöre es, Ew Majeſtät, meine Pflicht zu thun, und nimmer, ſo lang' ich lebe, werde ich dieſer Stunde ver— geſſen! Ich ſchwöre meinem Kaiſer Maria Thereſia Treue bis in den Tod! Und jetzt möge mir meine Kaiſerin Maria Thereſia er⸗ lauben, mein Knie vor ihr zu beugen, und ihr zu huldigen, als der erhabenſten und größten Frau unſrer Zeit, deren Ruhm hinein ragen wird in die ſpäteſte Nachwelt.
Die Kaiſerin duldete es mit einem gnädigen Lächeln, daß der Graf ein Knie vor ihr beugte, und ſeine Lippen feſt auf ihre Hand drückte. Gebe Gott, Graf, daß er die Wahrheit ſpricht, und daß meine Urenkel ſich Meiner nicht zu ſchämen haben. Alles für Oeſterreich, das ſei fortan mein und Sein Wahlſpruch, und der ſoll uns voranleuchten


