Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 2. Band (1857)
Entstehung
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auf allen unſern Wegen! Jetzt, Herr Obriſthofkanzler, gehe Er hin mit Gott, für Oeſterreich und Seine Kaiſerin, und ſo wollen wir machen, daß die Welt bald erfahre, wie wir das alte Oeſterreich begraben ha⸗ ben, um ein neues, einem Phönix gleich, aus der Aſche emporſteigen zu laſſen.*) 3

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*) Graf Wenzel von Kaunitz, den Maria Thereſia 1753 an die Spitze der Staatsgeſchäfte ſtellte, und ihm eine Macht gab, wie ſie kein Miniſter vor ihm in Oeſterreich gehabt, war in der That von dieſer Zeit an der erſte und einzige Miniſter in Oeſterreich, und gab bald der ganzen Staatsverwaltung ein anderes Weſen und eine andere Einrichtung. Er entließ alle bisherigen Beam⸗ ten der Hofſtaatskanzlei, auch den bisherigen Staatsreferendarius, den allmäch⸗ tigen und gefürchteten Bartenſtein, an deſſen Stelle der Baron von Binder trat. Kaunitz vereinigte mit der Staatskanzlei auch die Hofkanzlei und über⸗ nahm alle niederländiſchen und lombardiſchen Geſchäfte aus den Händen ihrer zeitherigen adminiſtrativen Vorſtände, und machte die Staatskanzlei zum Cen⸗ tralpunkt des ganzen Oeſterreichs. Er übernahm das Finanzweſen, und ſtellte den öffentlichen Credit wieder her. Ein Paar Worte des Fürſten genügten dem Hofbanquier, um die wichtigſten Contracte abzuſchließen, ſo ſehr rechnete man auf die Sicherheit der ſtets zum Ziel treffenden Maßregeln, die der Fürſt in Allem, was er that, nahm. Der Fürſt ſagte in ſolchen Fällen nur zu dem Hofbanquier Baron Frieb:„Wir brauchen ſo und ſo viel Millionen, die in ſo und ſo viel Zeit wieder eingehen werden.“ Das genügte dem Banquier. Er ſchrieb an einige auswärtige Geſchäftsfreunde, die Anleihe kam zu Stande, und es fehlte nie, daß die Fonds auf den vön Kaunitz vorher beſtimmten Terminen zurückgezahlt wurden.(Dutens. Mémoires d'un Voyageur, qui se repose.)

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