Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 2. Band (1857)
Entstehung
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die Größe meines Landes, und ich will daß man eines Tages auf mein Grab ſchreiben kann!„Sie hatte das Herz einer Frau, aber den Kopf eines Mannes. Sie wollte die Töchter ihres Landes glücklich und tugendhaft, die Männer ſtolz auf ihr Vaterland machen, und was ſie wollte, das wollte ſie nicht um ihres eigenen Ruhmes, ſondern um des Ruhmes Oeſterreichs willen!“— Oeſterreich groß und glücklich, geachtet, geflirchtet und bewundert von aller Welt zu machen, das iſt mein einziges Ziel, der einzige Ruhm, nach welchem ich dürſte! Dazu ſoll Er mir beiſtehen, und mir folgen, denn Er hat den Kopf und das Herz dazu, und ich fühle, daß er mich verſtanden und begriffen hat, und daß Seine Hand ſtark genug iſt, meinen Kopf zu unterſtützen. Will Er mir alſo Seine Hand ehrlich und treu geben zu dem Werk, das Gott in meine Hände gelegt?

Das will ich, Majeſtät, ſo wahr mir Gott helfe!

Will Er bei Allem, was Er thut und heginnt, immer nur das Wohl und die Größe Oeſterreichs im Auge haben, und darnach handeln?

Das will ich, Majeſtät, ſo wahr mir Gott helfe!

Will Er mir beiſtehen, mein Volk glücklich, aber auch tugendhaft zu machen? Und will Er dazu mit mir die richtigen Wege und Mittel überlegen, nicht beſtimmt von eigenem Vortheil, eigener Ruhmesſucht, und eigenſinnigem Wollen, ſondern lediglich nach reiflicher Erwägung, nach beſtem Wiſſen, nicht aus elender Menſchenfurcht, ſondern aus ſchönſter Gottesfurcht?

Das will ich, Majeſtät, ſo wahr mir Gott helfe!

Nun denn, ſagte die Kaiſerin nach einer Pauſe, ſo ernenne ich Ihn zum Obriſtkanzler und Miniſter, und gebe Ihm Vollmacht, Sich die Hofkanzlei ſo einzurichten, und Sich ſolche Gehülfen zu wählen, wie Er es für gut und zweckmäßig hält!

Kaunitz, ein ſo gewandter und verſchloſſener Weltmann er war, konnte kaum eirken Ausruf des Entzückens zurückhalten, und ſein ſonſt ſo undurchdringliches Geſicht ſtrahlte vor Genugthuung und Freude.

Majeſtät, ſagte er feierlich, ich nehme Ihre Ernennung an, und ſo wahr es einen Gott giebt, welcher uns ſtraft, und eine Weltgeſchichte, welche uns richtet, ich werde das erhabene Vertrauen Euerer Majeſtät niemals zu Schanden werden laſſen. Meine Tage und Nächte, mein

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