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Ich glaube Er iſt der Mann, der weiß und fühlt, was ich für Oeſterreich will! Glaube auch, daß wir Beide mitſammen wohl im Stande ſind, durchzuführen, was wir wollen, alſo gebe nur Gott, daß wir ſtets das Rechte wollen! Er hat da geleſen in meinem Herzen, Er hat's er⸗ ſchaut, was da mit Flammenſchrift ſteht, und ewig breunt und ſchmerzt, Er weiß, daß ich nimmer und nimmer verwinden kann, daß mir der König von Preußen Schleſien genommen hat. Er weiß, daß zwiſchen Mir und dem König von Preußen nimmermehr eine Einigung möglich iſt und daß keine irdiſchen Vortheile oder Vernunftgründe mich jemals bewegen könnten, ein Bündniß einzugehen, deſſen Theilnehmer Preußen iſt.*) Er hat alſo für mich neue Bundesgenoſſen geſucht, und gefunden. Ich werde die Hand, welche Frankreich mir bietet, annehmen, nicht ſo ſehr aus Liebe zu Frankreich, ſondern aus Raiſon, und ich will's Ihm ſagen, aus wohlbegründetem Zorn gegen Preußen. Wird Er darnach handeln, wird er auf meine Pläne eingehen, wenn ich Ihn zum unumſchränkten, einzigen Miniſter mache? Denn, ich ſage Ihm, Kaunitz, ich glühe nach einem neuen Kampf mit dem König von Preußen, und ich würde ihm lieber heute als morgen eine Schlacht liefern!**)
Ich begreife dies Verlangen Ew. Majeſtät und theile es. Einmal das Bündniß mit Frankreich feſtgeſetzt, ſo heißt das, Front machen gegen Preußen, und glauben Ew. Majeſtät mir nur, Preußen wird ſchon bereit ſein, den erſten Schlag zu thun, denn es gelüſtet den König nach einigen neuen ſchleſiſchen Provinzen!
Und mich gelüſtet es, ihm die geraubten Provinzen wieder abzu⸗ nehmen, rief die Kaiſerin mit blitzenden Augen. Ich will nicht, daß ich eines Tages heimgehen muß zu meinen Vätern, um zu ihnen zu ſagen; ich habe das Erbe, welches Ihr mir hinterlaſſen, nicht bewahren können. Oeſtereich iſt klein geworden in meinen Händen, denn es waren nur die Hände einer Frau, die es hielten, und ſie waren nicht ſtark genug. Ich will nicht, daß man mich entſchuldige mit den Schwächen meines Geſchlechts, denn ich fühle, daß da innen in meiner Bruſt eine mängliche Seele wohnt. Ich habe ein Gefühl für die Ehre und für
*) Maria Thereſia's eigene Worte. **) Der Kaiſerin eigene Worte. Coxe Vol. V. S. 513.
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