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Kaiſer neben Sich, und weiß Gott, daß dies auch oft Ihre Gegenkaiſer ſind. Oder haben Ew. Majeſtät wirklich geglaubt, daß Sie allein regieren? War nicht Graf Uhlefeld ein kleiner Kaiſer neben Ew. Ma⸗ jeſtät, und meinte nicht Herr von Bartenſtein, daß in ſeinen Händen das Scepter Oeſterreichs ruhe? Iſt nicht die Regierung der Lombardei in des lombardiſchen Miniſters Händen, und dünkt ſich nicht der Ver⸗ walter der ungariſchen Lande ein eigener Herr und König und giebt Geſetze und Verordnungen, bei denen Ew. Majeſtät nichts zu thun hat, als ſie zu unterſchreiben?
Es iſt wahr, ſagte die Kaiſerin, ich bin vielfach gehemmt und ge⸗ bunden. Aber es geht nicht anders. Es iſt doch unmöglich Alles ſelbſt zu ſchaffen, ſelbſt zu beſtimmen. Die Lombardei hat ihre eigene Ver⸗ faſſung, Ungarn auch, es müſſen daher beide Lande nach ihren eigenen Geſetzen regiert werden, und es muß alſo eine eigene Kanzlei und Re⸗ gierung für ſie da ſein!
So lange das ſo iſt, werden weder die Lombardei noch Ungarn, noch die Niederlande zu Oeſterreich gehören, ſondern immer Lande für ſich ſein, die zufällig unter Oeſterreichs Scepter ſtehen.
Das iſt nicht zu ändern, ſagte Maria Thereſia lebhaft. Habe auch ſchon oft genug darüber nachgedacht. Meine Arme ſind zu kurz, um überall ſelbſt hinzureichen, muß mich daher ſchon bequemen, auch andern ein bischen Herrſchaft zu überlaſſen. Es kann nicht eine Hand die ganze Maſchine allein regieren.
Aber Ein Gedanke muß es, Ein herrſchender Kopf muß das Com⸗ mando ſübren, ſonſt wird die Maſchine, hierhin und dorthin gedreht, bald in Stocken gerathen. Die Regierung muß vereinfacht, die Will⸗ kühr der Beamten gehemmt werden, Oeſterreich muß nur Einen Kopf zum Denken, aber viele Arme und Hände haben, um die Gedanken auszuführen.
Und will der Graf eine meiner Hände ſein?
Ja, Ew. Majeſtät rechte Hand! Aber dieſe Hand will nicht, daß jeder ihrer Finger noch wieder einen Willen für ſich habe! Die Finger müſſen nur die Werkzeuge der Hand ſein, dann allein kann die rechte Hand Kaunitz ausführen, was der Kopf der gebietenden Kaiſerin ge⸗ dacht hat!
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