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Die Kaiſerin erröthete vor Unwillen, und ſchleuderte einen ihrer ſchnellen, zernizen Blicke auf den Grafen, der kalt und gelaſſen vor ihr ſtand.
Ach, Er will Sich wohl erſt bitten laſſen, die erſte Stelle in meinen Landen anzunehmen, rief ſie heftig. Denkt wohl, daß Er mir eine ab⸗ ſonderliche Gnade erzeigt, wenn Er Sich herabläßt, mein Oberhof⸗ kanzler zu ſein?
Ihro Majeſtät, ſagte der Graf mit ſeiner ſanften gleichmüthigen Stimme, ich denke gar nicht an mich, ſondern an Oeſterreich, das ich liebe, an Ew. Majeſtät, die ich als meine erhabene Kaiſerin anbete und verehre, und der ich bereit bin nit meinem Leben und meiner Seele zu dienen. Aber ich muß auch wiſſen, ob mir Gel egenheit geboten wird, meiner Kaiſerin und meinem Vaterland zu dienen in der Weiſe, wie ich es kann und will!
Und was iſt das für eine Weiſe? fragte die Kaiſerin haſtig. Explicire der Graf Sich näher!
Wenn ich wirken und ſchaffen ſoll, muß ich vor allen Dingen freie Hand haben, muß nirgends eingeengt und behindert ſein, muß an meiner Stelle keine Collegen haben, welche mit ſcheelem Auge meine Pläne über⸗ wachen, und ſie zu hindern ſuchen, wo ſie es vermögen.
Ah, ich verſtehe, rief die Kaiſerin lächelnd, Er meint den Barten⸗ ſtein und die Grafen Harrach und Colloredo. Ich weiß ſehr wohl, daß das Ihre Rivalen ſind.
Oh, Majeſtät, nicht meine Rivalen hoffe ich, rief der Graf ſtolz.
Nun denn, Ihre Feinde alſo, ſagte die Kaiſerin. Ich werde nicht fordern, daß Sie mit Ihren Feinden zuſammengekettet ſind an Einem Tiſch. Wir werden Stellen finden, dieſe Herren zu entſchädigen, und Sie mögen mir andere Männer für die erledigten Miniſterpoſten nennen.
Wenn ich Ew. Majeſtät wahrhaft nützen ſoll, ſo nenne ich Ihnen keine, ſo bin ich Ihr erſter Miniſter und Ihr einziger, ſo faſſen wir dies Oeſterreich, welches bis jetzt zerfällt in viele kleine verſchiedene Lande, zuſammen in Einer Hand und in Einem Willen, und geben Deſterkeich welches bis jetzt ſo viele Köpfe hat, nur einen einzigen Kopf!
Den Seinen, Graf? fragte die Kaiſerin erglühend.——
Nein, den Ihren, Majeſtät! Was Ew. Majeſtät auch denken Ss es herrſchen S Sie nicht allein in Oeſterreich, Sie Buuen Ihre k
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