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Er ſchritt an dem Hofmarſchall und dem ſchreckensbleichen Kam⸗ merherrn vorüber und ging gerade auf die Thür zu, welche in die in⸗ nerſten Gemächer der Kaiſerin führte.
Halt, halt, ächzte der Hofmarſchall, das wäre ein zu furchtbarer Verſtoß gegen die Etiquette. Die Majeſtät hat den Herrn Grafen befoh⸗ len, und erwartet Sie! Ich werde alſo Ew. Excellenz meiner Pflicht gemäß anmelden. Mögen Sie dann es übernehmen, Sich zu entſchul⸗ digen, wenn Sie es vermögen!
Er verneigte ſich vor Graf Kaunitz, und ſchritt ihm voran in das nächſte Gemach, dann eilte er in das Kabinet der Kaiſerin, und kehrte
ſofort mit der Botſchaft zurück, daß die Kaiſerin den Grafen erwarte.
X. Das neue Heſterreich.
Die Kaiſerin empfing den Grafen Kaunitz mit einem gnädigen Kopfnicken. Ihr kommt ſehr ſpät, Herr Graf von Kaunitz, ſagte ſie, ihm die Hand zum Kuſſe darreichend.
Und faſt wäre ich gar nicht bis zu Euerer Majeſtät gelangt, denn die gelehrten Herren im Vorzimmer wollten mich nicht einlaſſen, weil ich keine rothen Strümpfe und keinen Degen habe.
Die Kaiſerin bemerkte jetzt erſt dieſen Mangel der gräflichen Toilette und ihre Stirn verfinſterte ſich ein wenig. Und warum hat Er keine rothen Strümpfe? fragte ſie.—
Weil ich ſie häßlich finde, Majeſtät, und weil ich nicht einſehe, weshalb ich mir in meiner Toilette Zwang auferlegen und tragen ſollte, was ich häßlich finde.
Maria Thereſia blickte ihn erſtaunt an, ſie fand das⸗Argument des Grafen ſo neu und überraſchend, daß ſie nichts darauf zu erwidern wußte.
Graf Kaunitz fuhr fort: Und was den Galanteriedegen anbetrifft, ſo ſehe ich nicht ein, wozu ich tragen ſollte, was nicht zu meiner Stel⸗
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