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während Frankreich an uns einen Raub begangen hat, den wir ihm niemals verzeihen und vergeſſen dürfen, während Frankreich uns Straß⸗ burg genommen hat. Und in dieſer Zeit, als Frankreich nahm, haben unſere Bundesgenoſſen nicht bloß uns geſchützt, ſondern auch gegeben; die Subſidien Englands und Hollands haben unſere Kaſſen gefüllt, den Wohl⸗ ſtand unſeres Landes erhöht, und uns befähigt die Kriege, welche wir gegen Frankreich und ſpäter auch gegen Preußen führten, energiſch, kraftvoll und zur Ehre Oeſterreichs zu Ende zu führen. Ich ſtimme alſo für die Er⸗ neuerung des Bündniſſes mit den Seemächten und Sardinien; ſeit ſieben zig Jahren haben wir uns wohl gefühlt dabei, und es iſt wohl gut, daß die Fürſten der Welt ein Beiſpiel geben von der Treue ihrer Geſinnungen, denn die Treue der Fürſten beſtimmt auch die Treue der Völker.
Nachdem der Graf ſo geſprochen, nahm er ſeinen Sitz wieder ein, und der Staatsreferendarius Bartenſtein, der gefürchtete, machtvolle Liebling der Kaiſerin erhob ſich, um in feuriger, leidenſchaftlicher Rede, gleich dem Grafen Uhlefeld, die Vortheile des erneuerten Bündniſſes mit den Seemächten anzupreiſen.
Und nach ihm ſprachen die Grafen Colleredo und Harrach und der Oberhofmeiſter der Kaiſerin, der Graf Khevenhüller, und Alle waren ſie einig und einträchtig in ihren Ueberzeugungen und nimmer würde es einer dieſer reichen, vornehmen und ſtolzen Cavaliere gewagt haben einer andern Anſicht zu ſein wie die beiden hochmächtigen und unumſchränkten gebietenden Herren, welche zuerſt geſprochen. Uhlefeld und Bartenſtein hatten die Parole ausgegeben. Sie hieß: erneuertes Bündniß mit den Seemächten, welche ſo große Subſidien zahlten, die ſeither immer den Herren von der Hofkammer zu Gute gekommen. Denn damals hielt man noch an dem Grundſatz feſt, daß es der kaiſerlichen Würde nicht anſtändig ſei, die Rechnungen in der Hofkammer einzuſehen, und die Herren der Hofkammer hatten daher nur Gott und ihrem Ge⸗ wiſſen über die Verwaltung der Subſidiengelder Rechnung abzulegen.
Für Erneuerung der alten Bündniſſe ſprachen alſo die Herren Conferenzräthe, und während ſie ſprachen, ſaß der jüngſte von ihnen, der Graf Wenzel von Kaunitz, ruhig und anſcheinend ganz gleichgültig da; ohne auch nur im Geringſten auf die weiſen und gelehrten Deduc⸗ tionen der Herren u achten, beſchäftigte er ſich damit, die vor ihm


