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liegenden Papiere zu ordnen, ſeine Feder mit neuen Spitzen zu verſehen, die Krauſen ſeiner Manſchetten zu ordnen, und ſorgſam jedes Stäubchen und jedes Flöckchen mit zuſammengepreßten Fingern von ſeinem Kleide wegzuſchnellen. Einmal, während Bartenſtein grade ſeine lange und
ausführliche Rede hielt, ging Graf Kaunitz in ſeiner gedankenloſen Un⸗
bekümmerheit ſogar ſoweit, ſeine große, mit Brillanten beſetzte Uhr, auf
welcher ſich ein Portrait der Marquiſe Pompadour befand, hervorzu⸗
ziehen, und ſie repetiren zu laſſen. Die hellen kleinen Glockentöne be⸗ gleiteten wie ein zierliches Elfenorcheſter die donnernden Worte Barten⸗“ ſteins, die indeſſen Kaunitz gar nicht zu hören ſchien, weil er ganz und gar damit beſchäftigt war, die Schläge ſeiner Uhr leiſe zu zählen.“*)— Die Kaiſerin, welche ſonſt dieſe gleichgültige Unachtſamkeit des Grafen immer mit kaum verhehlter Ungeduld bemerkt, und ſie oft ſogar mit einem zornigen Aufblitzen ihrer Augen, einem haſtig unwilligen Wort gerügt hatte, die Kaiſerin blieb heute vollkommen ruhig, vollkommen geduldig, ja bei dem ſeltſamen Anſchlagen der Uhr flog ſogar ein un⸗ merkliches Lächeln durch ihre ſchönen, edlen Züge hin, und als jetzt der letzte der fünf Herren ſchwieg, als an Kaunitz die Reihe kam, zu ſprechen, da wandte das feurige Auge der Kaiſerin ſich mit einem Blick geſpannter Erwartung zu ihm hin.
Aber wie war auch jetzt dieſes vorher ſo ruhige, ſo unbewegte Antlitz des Grafen verwandelt, wie glühte ſein Auge und welche Ener⸗ gie ſtrahlte von ſeiner Stirn! Wie durchleuchtet von großen und welt⸗ beherrſchenden Gedanken war ſein Blick, der ſich jetzt mit einem wun⸗ derbaren, halb fragenden, halb bittenden Blick auf die Kaiſerin heftete.
Ich ſtimme nicht für die Erneuerung der alten Bündniſſe mit den Seemächten, ſagte er mit lauter feſter Stimme, und ſofort zeigte ſich auf den Geſichtern ſeiner Herren Collegen ein Ausdruck des Staumens und des Schreckens.—
Nur Bartenſtein begnügte ſich, leicht mit der Achſel zu zucken, und mit einem halb mitleidigen, halb verächtlichen Lächeln ſeinen jungen machtloſen Gegner anzuſchauen. S Kaunitz ſah es, und begegnete den hochmüthi en
iten Barten
*) v. Hormayr. Oeſterreichiſcher Plutarch.


