und die ſchmalen Lippen des feinen gewandten Hoſmannes Grafen Uhle⸗ feld mochten ſich heute ein ſichtbares triumphirendes Lächeln nicht ver⸗
ſagen.
Ich bin meiner Sache ganz gewiß, flüſterte Herr von Bartenſtein, die Kaiſerin iſt durchaus gewillt, die abgelaufenen Verträge zu neu ern, und feſt entſchloſſen die Politik, die wir Beide bisher mit ſo glän zendem Erfolg für Oeſterreich befolgt haben, fortzuführen.
Die Kaiſerin thut ſehr wohl daran, ſagte Graf Uhlefeld leichthin, ſie kann daher auch auf unſere ganze Unterſtützung rechnen. Wir wer den ihr unſern Rath und unſere Hülfe niemals entziehen.
Und während er ſo ſprach, ſchoß ein ſo leuchtender Strahl ſtolzen Selbſtbewußtſeins aus ſeinen Augen, daß die beiden Herren, welche da drüben in der Fenſterniſche ſtanden, und ganz und gar damit beſchäf tigt waren, die beiden mächtigen Lieblinge der Kaiſerin zu beobachten, davon wie geblendet ſchienen.
Sehen Sie nur, Herr Graf, murmelte der Eine von ihnen raſch und leiſe, ſehen Sie nur, wie ſelig Graf Uhlefeld heute lächelt. Es iſt keine Frage, er kennt ſchon im Voraus die En ſerin, und ſie folgt bei denſelben ganz und gar ſeinen Wünſchen.—
Es wird daher gut ſein, Herr Graf Harrach, erwiederte Graf Colleredo bedächtig, ſehr gut ſein, unbedingt dem beizuſtimmen, was der Obriſthofkanzler Graf von Uhlefeld der Majeſtät als ſeine unmaß gebliche Meinung vortragen wird. Ich meinestheils werde es um ſo lieber thun, als ich, wie Sie wiſſen, mir in dieſen politiſchen Dingen
tſchließungen der Kai
gar kein eigenes Urtheil anmaße, und wie ich Ihnen nur geſtehen will, mich auch ein wenig im Unklaren darüber befinde, welche Geſchäfts⸗ punkte heute in der Conferenz zum Vortrag kommen werden. Ich war gerade ſehr beſchäftigt, als die verhängnißvolle Mappe bei mir anlangte, und hatte wirklich nicht Zeit zu leſen, um was es ſich heute handelt. Ich werde daher am klügſten thun, mit Uhlefeld zu ſtimmen, das heißt, wenn der Herr Reichshofraths⸗Präſident Graf Harrach nicht einer ent⸗ gegengeſetzten Meinung ſind, in welchem Falle ich mich ſonſt der Ihri⸗ gen unbedenklich anſchließe.
Ich werde mich wohl beqnemen müſſen, dies Mal, wie immer der Anſicht Bartenſteins beizuſtimmen, ſeufzte Graf Harrach achſelzuckend.
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