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beter und Verehrer Ihrer Damen, um Sie irgend einem Anderen über⸗ laſſen zu können.
Gluck legte mit einem ſtolzen Lächeln, und vollkommen der Ehre ſich bewußt, welche er dem Fürſten erzeigte, indem er ſich von ihm zur Tafel führen ließ, ſeinen Arm in den des Fürſten.
Wahrhaftig, wir bilden ein vortreffliches Paar, ſagte Kaunitz heiter. Sie eignen Sich ſehr gut zu meiner Dame, denn ſehen Sie nur, ich bin weit größer als Sie!
Wahrhaftig, es iſt ſo, ſagte Gluck lächelnd, Ew. Durchlaucht ſind weit länger als ich!
Das ſeltſame und ungewöhnliche Paar durchſchritt mit ſtolzer Gravität den Saal, und hinter ihnen her kamen die Gäſte des Fürſten. Alle hatten ſie jetzt, da der Fürſt ſie nicht ſehen konnte, mißvergnügte Geſichter und düſtere Stirnen, denn jetzt waren es nicht mehr blos die
Herren Fürſten, Grafen und Geſandten, welche Kaunitz beleidigt hatte,
ſondern auch die Damen fühlten ſich ſchwer verletzt durch dieſe Ver⸗ höhnung aller Etiquette und alles Ceremoniells, kraft deren der Fürſt Kaunitz ſtatt einer Dame den Ritter von Gluck zur Tafel führte.—
Am Tage nach dieſem Diner begab ſich Fürſt Kaunitz nach Ins⸗ bruck, woſelbſt der Kaiſerhof die Vermählungsfeierlichkeiten des Erzher⸗ zogs Leopold, des nunmehrigen⸗Großherzogs von Toscana, mit der Infantin Donna Maria Loiſa von Spanien, begehen wollte.
Die glänzendſten Feſte und eine wahrhaft kaiſerliche Pracht ſollten die Vermählung des zweiten Kaiſerſohnes feiern; Illuminationen, Mas⸗ keraden und Bälle waren vorbereitet; auch das kaiſerliche Ballet mit ſeinem Direktor Noverre war nach Insbruck beſchieden und der Direc⸗ teur des spectacles, Graf Durazzo, verweilte ſchon ſeit acht Tagen mit den Mitgliedern der kaiſerlichen Oper in Insbruck, wo am Tage des feierlichen Einzuges der Kaiſerbraut die Oper Orpheus und Euridice, deren Ruhm jetzt ſchon ganz Europa durchrauſchte, gegeben werden ſollte.
Gluck, obwol er ſein Amt als Kapellmeiſter der Oper niedergelegt und an Florian Gaſſmann abgetreten hatte, war indeſſen auf beſonderen Wunſch und Willen des Kaiſerhofes ſelbſt nach Insbruck gegangen, um die Aufführung ſeiner Oper zu dirigiren und auch die Proben dazu ſelber zu leiten.


