Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 1. Band (1857)
Entstehung
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Erlauben Sie mir, dieſen Gegenſtand ſogleich mit Ihnen zu er⸗ örtern, ſagte Kaunitz, denn gerade um ſeinetwillen bin ich hergekommen. Unſer Verhältniß zu einander muß klar und beſtimmt ſein, damit es Dauer habe. Sie müſſen alſo die Güte haben, Sich den Anfang deſſelben in Ihr Gedächtniß zurückzurufen! Sie wandten Sich, nachdem Sie mit zwanzig Jahren Wittwe geworden, an mich, als Ihren nächſten Verwandten, und baten mich um meinen Rath und meine Unterſtützung. Denn Sie waren ſchutzlos und Ihr Mann hatte Ihnen außer ſeinem Namen nur ſeine Schulden zurückgelaſſen! Ich ſagte Ihnen meine Unter⸗ ſtützung zu, nicht ſo ſehr, weil Sie mir gefielen, ſondern weil Sie die Tochter meiner Schweſter ſind. Ich ſagte Ihnen:„konimen Sie zu mir! Erſetzen Sie meinem Hauſe und meiner Geſellſchaft die Stelle der Dame vom Hauſe, ſeien Sie die dame d'honneur meines Hauſes. Eni⸗ pfangen Sie meine Gäſte, geben Sie meinem Haushofmeiſter und den Köchen Ihre Befehle, übernehmen Sie die Oberaufſicht in den Salons, richten Sie Alles möglichſt elegant und glänzend, das heißt Meiner würdig ein, und ſorgen Sie dafür, daß die eleganteſte, ſchönſte, geiſtvollſte und vornehmſte Geſellſchaft immer in meinen Salons zu finden iſt! Ich werde Ihnen dafür aller Welt gegenüber die Ehrerbietung und das Anſehen erwirken, das man Ihnen als meiner Nichte und der dame qhonneur meines Hauſes überdies auch nirgends verſagen kann, und außerdem erlaube ich mir Ihnen für Ihre Mühwaltungen ein jährliches Gehalt von zweitauſend Gulden anzubieten.“— Waren das nicht meine Worte, Gräfin?

Ja, Durchlaucht, es waren Ihre Worte! Sie erfüllten mich da⸗ mals mit einem nie geahnten ſtolzen Gefühl von Seligkeit und Glück, und nimmer, ſo lang' ich athme und lebe, werde ich ihrer vergeſſen!

Es ſcheint indeſſen doch, als ob Sie dieſelben vergeſſen hätten, Gräfin, ſagte Kaunitz ſcharf. Wie käm' es ſonſt, daß Sie Sich erlauben könnten, zu weinen und traurig zu ſein, weil die Signora Foliazzi bei mir war? Was in aller Welt gehen Sie die Beſuche an, welche ich in dem Innern meiner Gemächer empfange? Woher kommt es, daß Sie Sich erlauben eiferſüchtig zu ſein? Habe ich Ihnen jemals dazu ein Recht gegeben? Sagen Sie doch, habe ich Ihnen jemals auch nur mit einem Wort, einem Blick Hoffnungen erregt, die in Ihnen den irrthümlichen

Glaul neur

3 niema ſchütze

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