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rücke ganz gleichmäßig und ſchön mit einem Duft von Puder überhaucht war, begab er ſich in die Gemächer der Gräfin Clary, um ſie zur Tafel abzuholen.—
Die junge Gräfin Clary, des Fürſten Nichte, eine junge Wittwe von kaum dreißig Jahren, eilte ihrem Oheim mit freudeſtrahlendem Geſicht entgegen, und empfing ihn mit den zärtlichſten Begrüßungs⸗ worten auf der Schwelle ihres Salons.
Welch' eine große und unverhoffte Ehre erzeigen Sie mir heute, mein theurer Fürſt, ſagte die Gräfin mit ihrer ſanften, weichen Stimme. Sie ſelber kommen, um mich zur Tafel zu führen. Oh ich danke Ihnen, Durchlaucht, Sie bereiten mir da einen Triumph, um den mich alle Damen Wiens beneiden werden.
Ich komme indeß nicht, um Ihnen einen Triumph zu bereiten, ſagte Kaunitz, ſondern weil ich, bevor wir zur Tafel gehen, einige Worte mit Ihnen zu reden habe!
Ich bin ganz Ohr, Durchlaucht, ſagte die Gräfin mit einer an⸗ muthigen Verneigung und einem glücklichen Lächeln.
Der Fürſt betrachtete ſeine junge und liebreizende Nichte mit un⸗ gewöhnlicher Aufmerkſamkeit; ſie erröthete unter ſeinen ſcharfen, prü⸗ fenden Blicken, und ſchlug halb beſchämt die Augen nieder..
Sie haben geweint, ſagte Kaunitz endlich. Weshalb haben Sie geweint?
Nicht doch, ſagte ſie verwirrt, ich habe nicht geweint.
Sie glauben alſo, mich täuſchen zu können? Ich wiederhole Ihnen: Sie haben geweint! Wollen Sie nun noch wagen, mir zu widerſprechen?
Nein, mein theurer Oheim, ich habe geweint!
Und weshalb? Keine Ausflüchte und Umſchweife! Ich will es wiſſen!
Die junge Gräfin hob ihre ſanften, blauen Augen mit einem zärt⸗ lich flehenden Blick zu dem ſtolzen, gebieteriſchen Fürſten empor. Nun denn, ſagte ſie, ich werde Ihnen alſo die Wahrheit ſagen! Ich habe geweint, weil die Signora Foliazzi ſo lange bei Ihnen war.
Eiferſüchtig alſo! rief der Fürſt achſelzuckend. Sagen Sie mir doch gefälligſt, wer oder was giebt Ihnen das Recht, eiferſüchtig zu ſein?
Gräfin Clary ſtammelte einige unverſtändliche verwirrte Worte, und ihre Augen füllten ſich mit Thränen.


