Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 1. Band (1857)
Entstehung
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164 Ich werde es nicht vergeſſen, Durchlaucht, ſagte die Signora mit einem köſtlichen Lächeln. Leben Sie wohl! Ich erwarte heute Abend rücke Ihre Kutſche, möchte ſie nicht immer leer für mich ſein! Noch einmal, war, leben Sie wohl! Ich erlaube Ihnen, mich zum Abſchied zu küſſen. Taſel Sie neigte den Kopf vorwärts und hielt ihm ihr roſiges Antlitz dar. Thörin, ſagte Fürſt Kaunitz, mit ſeinen weißen Fingern leicht auf von ki ihre vollen rothen Lippen ſchlagend, Thörin, glauben Sie denn, daß Geſich der große Kaunitz dieſe Lippen küſſen wird, welche nicht wie die keuſche vorten Senſitive vor jeder andern Berührung zurückzucken? Gehen Sie, Graf Palffy erwartet Sie, und er wird ſtolz ſein, auf Ihren Lippen nach mei⸗ meint nen Küſſen ſuchen zu können. Gehen Sie und enttäuſchen Sie ihn nicht! eie ſe Er reichte ihr ſeine Hand dar und nahm mit einem leiſen Neigen Durch des Hauptes von ihr Abſchied, dann blickte er der Sängerin nach, wie Dane ſie jetzt leichten, elaſtiſchen Ganges das Gemach durchſchritt und hinter der kleinen geheimen Thür verſchwand. ſahe Sie iſt wirklich ein außerordentlich ſchönes Weib, ſagte Kaunitz ni 3 leiſe vor ſich hin, ich denke, man wird mich um ſie beneiden, es aber doch ſehr natürlich finden, daß die ſchönſte Frau in Wien glücklich iſt, mütſ meine Geliebte zu ſein! Ah, da ſchlägt es zwei Uhr! Meine Tiſchgäſte 3 werden mich erwarten! Aber bevor wir zur Tafel gehen, will ich doch geri dieſer eitlen kleinen Clary noch einige Worte ſagen, die ſie freilich aus fande allen ihren Himmeln ſtürzen werden. Der Fürſt klingelte heftig, und einer ſeiner Pagen eilte herbei; fedc denn ſeit er den Fürſtentitel erworben, hatte Kaunitz ſeinen Hofſtaat um vier Pagen vermehrt, und hielt täglich offene Tafel für zwölf Perſonen. Zur Gräfin Clary, befahl Kaunitz, ich werde ſogleich kommen, um Sie ſie in den Speiſeſaal zu führen. Vorher ſoll man mich in der Puder⸗ kammer erwarten. lichf VII. 15 Fürſt Kaunitz und Ritter Gluck. gewe Fürſt Kaunitz hatte ſeinen Gang durch die Puderkammer vollendet, ds und nachdem er ſich vor dem großen Spiegel überzeugt, daß ſeine Per⸗ nnd