Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 1. Band (1857)
Entstehung
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Wirklich, hat man das gethan, hat man mich einen jungen Libertin genannt? fragte Kaunitz, der auf einen Moment ſeiner ſteinernen Ruhe und Gleichgültigkeit vergaß, und deſſen Antlitz leuchtete vor freudiger Genugthuung.

Die Signora ſchien das nicht zu bemerken, ſondern fuhr fort: Ja, Durchlaucht, man hat Ihnen in der ganzen Stadt dieſen Beinamen gegeben, und wenn man irgend einen Mann bezeichnen will, der treulos iſt, von den Frauen angebetet wird und ſie Alle grauſam hintergeht und verläßt, ſo ſagt man:„er iſt ein kleiner Kaunitz!“

Bei dieſen Worten der Signora that der Fürſt, was er vielleicht in vielen Jahren nicht gethan, er lachte laut auf und wiederholte mit ſtolzey, triumphirender Miene:„er iſt ein kleiner Kaunitz.“— Aber, fuhr er dann fort, und ſein Antlitz nahm wieder ſeinen gewohnten ernſten, und majeſtätiſchen Ausdruck an, aber merken Sie wohl, man nennt dieſe andern jungen Libertins doch immer nur die kleinen Kaunitze! Man wagt es doch nicht, ſie mir an die Seite zu ſtellen. Hoffe auch, daß ich nicht ſo leicht zu erreichen und nachzuahmen bin, und der ganzen Welt und allen kleinen Kaunitzen gegenüber allzeit der einzige große Kaunitz bleiben werde!

Und dieſer einzige, dieſer große Kaunitz hat mich verlaſſen und betrogen, rief die Signora leidenſchaftlich. Während ich ihn anbetete, ſaß-zu den Füßen der Grf Clary und wiederholte ihr dieſelben Liebesbetheuerungen, mit denen er des ilt eine Stunde vorher erſt mein Ohr trunken gemacht vor Entzücken. Oh, üie ich dus eefube, erfüllte ein zorniger, wahnſinniger Schme meine ganze Seele Jch

wollte meine verrathene Liebe mit einer nalen Liebe erſticken, ich wollte der Welt beweiſen, daß ich wenigſtens nicht ſterben wolle dor Schmerz, und daß, wenn der große Kaunitz mick betrogen, die kleinen Kaunitze ganz bereit ſeien, ſich von mir betrügen 4 laſſen. Aus Schmerz und . Rache lieh ich endlich den Liebesſchwüren d 1 Grafen Palffy ein williges Ohr, aber ach, indem ich es that, fühlte ichd ch mit bitterm Weh, daß ich mein Herz nimmer überwinden könnte,* ſe imnmiern noch an⸗ betete, trotz Ihrer Treuloſigkeit und Ihre t: Deshalth me ner beſſern Ueberzeugung und meinem Wil. auf Ihren Ruf ſogleich hierher. Mein He

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nügen,

S rickend ich beg renſeil Ihnen wit de und S Liebes Sie ſchon Nehm und

— eferſt ſeuft ſo vie fallen zu be verſte