Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 1. Band (1857)
Entstehung
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nicht zu beneiden haben um die Gemahlin, die wir ihm zuführen, und die wir in wenigen Tagen ſchon in Insbruck empfangen werden.

Ew. Durchlaucht werden, wie man ſagt, der Infantin von Spanien entgegenreiſen, um ſie nach Insbruck zu geleiten?

Nicht doch, das wäre in der That zu viel Ehre für dieſe kleine Prinzeſſin und zukünftige Großherzogin! Ich werde nur einen Tag früher als die Kaiſerfamilie nach Insbruck gehen, um die Anordnungen zu den Feſtlichkeiten mit prüfendem Kennerblick zu betrachten, und werde ſodann als der Repräſentant des Kaiſers der Infantin Donna Maria Loiſa bis an das Thor der Stadt entgegen gehen.

Ah, und deshalb haben die Herren Diplomaten, welche von Ihrer nahe bevorſtehenden Abreiſe gehört, ſich heute ſo zahlreich in Ihrem Vorſaal verſammelt. Sie wollen von Ihrem Herrn und Meiſter Ab⸗ ſchied nehmen. Ich glaube, Durchlaucht, Sie haben dieſe Herren ſchon lange warten laſſen, und es wäre daher ſehr gnädig, wenn Sie ihre Ungeduld endlich befriedigen, und dieſen Herren Audienz geben wollten?

Ich habe nichts mit ihnen zu verhandeln, weshalb kommen ſie alſo?

Weshalb, Durchlaucht? Weil heute Dienſtag iſt, alſo der Tag, welchen Sie zu den Audienzen der fremden Geſandten feſtgeſetzt haben. Dieſe Herren ſind überdies ſchon unwillig und verdrießlich genug. Sie können's immer noch nicht vergeſſen, daß der Oberhofkanzler von Bartenſtein die Herren Diplomaten zwei Mal in der Woche empfing, und daß er ſie niemals warten ließ.

Ich werde ſie alſo lehren müſſen, dies endlich doch zu vergeſſen, und ſich in meine Gewohnheiten zu fügen. Oeſterreich hat, Dank mei ner Fürſorge und Politik, jetzt eine ſolche weltbeherrſchende und gefürchtete Stellung, das es nicht nöthig hat, ſich um den Zorn irgend eines kleinen Geſandten zu beunruhigen, und große, denke ich, werden heute nicht im Vorzimmer ſein.

Es ſind zum Beiſpiel die Geſandten von Holland und Sachſen da.

Kleine Leute, ganz sans consequence für uns, und dabei ſehr aufgeblaſen und ſtolz! Ich werde dieſe Herren heute nicht empfangen!

Aber, Durchlaucht, das hieße dieſe Herren Diplomaten allzuſehr beleidigen. Sie ſind ohnedies noch Alle in ſehr gereizter und empfind⸗ licher Stimmung, weil Ew. Durchlaucht bei Ihrem geſtrigen Diner