150 Glück verliehen, daß ſie ſich ſtolz und ohne Erröthen jetzt ſelber bekennen Lö kann, dieſe Liebe hatte mich feig gemacht, daß ich nicht wagte, die Wahr⸗ ihrer E heit zu bekennen. Oh mein Gemahl, haben Sie Erbarmen mit mir, ver⸗ volle, zeihen Sie mir großmüthig, was die Liebe verbrach. Ich fühle mich am Bot ſchuldig, aber ich will wieder gut machen. Mein ganzes Leben ſoll nimmer 13 nichts ſein als das glühende, zärtliche, unterwürfige Beſtreben, Ihr Herz mocht i zu verſöhnen, und Sie durch meine Unterwürfigkeit, meinen Gehorſam diſes S und meine Liebe mein Unrecht vergeſſen zu machen. Verzeihen Sie nit die 3 mir alſo, mein Gemahl, verzeihen Sie um meiner Liebe willen! ſatt de Und ganz außer ſich, ganz überwältigt von ihrer eigenen Bewe⸗ Nrrtra⸗ gung ſank die Prinzeſſin vor ihrem Gemahl auf ihre Kniee nieder, und Beide ſtreckte ihre Hände flehend zu ihm empor. nich b Die Kaiſerin ſchaute in tiefer Bewegung und mit von Thränen lichen umdüſterten Augen auf dieſe ſeltſame und ungewöhnliche Scene hin; nimme
ſie erwartete, daß Joſeph, gerührt und beſchämt von dieſer Demuth
ver
und Liebe ſeiner Gemahlin, ſie aufheben und an ſein Herz ziehen und du um Vergebung flehen würde für ſeine eigene Härte und Grauſamkeit. derge Sie war dergleichen Schlußakte ehelicher Zwiſtigkeiten in ihrer eigenen 1 Che ſehr gewohnt, nur daß bei denſelben immer der Kaiſer der Knieende doſer und um Verzeihung Flehende, und ſie die Aufrechtſtehende, und Ver⸗ enden zeihung Gewährende geweſen. der
Aber der König von Rom entſprach diesmal nicht den Erwartungen enp
ſeiner Mutter. Er hatte noch immer die Arme über der Bruſt inein⸗ ander geſchlagen, und ſchaute mit finſtern Blicken voll Haß und Zorn d auf die Knieende nieder.
d Dieſer Anblick empörte in der Kaiſerin das ſtolze, niemals gedemüthigte n. Weib. Mit haſtigen Schritten trat ſie zu Joſepha hin, und ihr ihre beiden abt Haände entgegen ſtreckend, ſagte ſie: nun, wenn denn der Joſeph nicht Mit⸗ Fü leid und Erbarmen mit Dir haben will, ſo will ich es doch nicht dulden, als 8 daß die Gemahlin meines Sohnes, daß ein Weib ſo gedemüthigt werde. Stehe auf, meine Tochter! Ich ſtelle Dich unter meinen Schutz, und ich ſer
werde es nimmer dulden, daß man Dir hart und grauſam begegne. 0
Sie wollte die Prinzeſſin aufheben, aber Joſepha wehrte ſie ſanft zurück. Nein Majeſtät, ſagte ſie, laſſen Sie mich hier, laſſen Sie mich vor ihm knieen, bis er Erbarmen hat, bis er mir vergeben will.


