Statue, bildete die ſprechende, lebensvolle Gruppe einer vom Blitzſtrahl göttlichen Zorns zerſchmetterten Niobe.— Joſeph ſah das nicht, er hatte kein Mitleid mit ihr, keine Bewunderung für das edle hochher⸗ zige Opfer, welches ihr zärtliches Herz dem ſterbenden Bruder gebracht; er ſah nicht ihre Jugend, ihre anmuthsvolle Geſtalt, er ſah nur den großen, blutig rothen Flecken auf ihrem Nacken, und er ſchauderte, als jetzt ihre Arme ſich von ihrem Haupt löſten, und ſich ausſtreckten, ſeine Kniee zu umfangen.
Berühren Sie mich nicht, ſagte er zurücktretend. Mir graut vor Ihrer Berührung. Wir ſind auf ewig geſchieden. Heute hat der Prieſter unſere Hände in einander geſchmiedet! Freiwillig wird die Meine nie wieder ſich in die Ihre legen! Leben Sie wohl!
Und mit einer geringſchätzigen Bewegung den Brief, welcher ihm ihr Geheimniß verrathen, zu ihren Füßen niederſchleudernd, wandte er ſich ab und verließ das Gemach.
V. Eine unglückliche Ehe.
Es war am Morgen des Tages nach der Hochzeit. Maria Thereſia hatte ſo eben ihre Toilette beendet, und betrachtete mit einem ſtolzen, befriedigten Lächeln ihre eigene Erſcheinung in dem großen Spiegel ihres Toilettenzimmers. Sie ſah prachtvoll aus in dieſem mit Hermelin verbrämten, dunkelrothen Sammetgewande, das bis zum Halſe hinauf ihre ſtolze majeſtätiſche Geſtalt einhüllte, und in einer langen Schleppe hinter ihr niederfloß. Ihr wundervolles langes blondes Haar, das nur leicht mit Goldpuder angehaucht war, bildete heute, von dem Lieb⸗ ling der Kaiſerin, von Charlotte von Hieronymus, geordnet, den ſtolzeſten Bau von Puffen und Schleifen, und auf der Höhe dieſer Puffen ſchwebte ein kleines rothes Sammethütchen, von koſtbaren Brillantnadeln an dem
Haar befeſtigt. Auf den Wangen der Kaiſerin blühte noch ein ſo friſches, glänzendes Incarnat, daß ſie es verſchmäht hatte, der neuen
Modeg erhöhen, tenden, welche n verleihen ſchöne,! der ſechs Antlitz bewahrt das Fer den Ka delt, al irer W ſelben lebende de Fr lauteſt
mäͤhlte


