139 der blaſſen und zittern machte? Warum pochte ihr Herz jetzt ſo laut und ſtürmiſch, und ſchien dann wie in einer Erſtarrung ſtill zu ſtehen? zeſt? Warum hefteten ſich ihre Blicke mit ſo angſtvollem, entſetztem Ausdruck war auf Joſeph hin, warum ſtockte ihr Herz, als er jetzt das Papier ent⸗ faltete und las? In⸗ Aber auch Joſeph ſchien zu erſchrecken über das, was er las. ˖ſie Auch ſeine Züge nahmen einen entſetzten, verwirrten Ausdruck an, und zen wie er jetzt die Augen von dem Papier erhob und auf Joſepha heftete, war ſein Blick ſtrenge, faſt verachtungsvoll. ver⸗ Madame, ſagte er, und ſeine Stimme war jetzt hart und 4 iſt Madame, ich fragte Sie vorhin in redlicher und guter Abſicht, ob Si zabe mir kein Geheimniß mitzutheilen hätten? Ich hegte den erichigen
Wunſch, Ihr Vertrauen zu erwerben. Sie erwiderten mir auf meine Frage, Sie hätten mir nichts zu ſagen, und nicht das kleinſte Geheim niß mir anzuvertrauen. Ich wiederhole jetzt meine Frage noch einmal: haben Sie mir irgend etwas anzuverkranen? Mir irgend ein Geheim⸗ niß mitzutheilen? Sprechen Sie, und ich gelobe Ihnen, Ihr Geheimniß zu bewahren, ſei's was es ſei. Je ſchwerer Ihr Geheimniß, deſto mehr werde ich ſehen, daß Sie Vertrauen zu mir haben! Sprechen Sie alſo!
ann Joſepha erwiderte nichts, ihre Zähne ſchlugen ſo heftig aufeinan⸗ ben der, daß ſie nicht ſprechen konnte; ſie zitterte ſo ſehr, daß ſie ſich an ben der Lehne eines Stuhls halten mußte, um nicht umzuſinken. ver⸗ Joſeph ſah es, und ein rauhes, ſpöttiſches Lachen tönte von ſeinen Lippen. Sie fragte ihn nicht, weshalb er lachte, weshalb er ſie jetzt das anſchaute mit ſo ſpöttiſchen, verächtlichen Blicken. Sie ſank, wie von er einer unſichtbaren Macht niedergedrückt, auf ihre Kniee nieder, und hob ihre Arme flehend zu ihm empor. bert Gnade, ſtammelte ſie, Gnade! eſer Er lachte wieder, und hielt ihr das Papier vor die Augen. Leſen ſine Sie, Madame, leſen Sie, ſagte er rauh. ſeph Nein, ſagte ſie, ich kann nicht, und ich will auch nicht! Ich will ann nicht wiſſen, was man Ihnen über mich ſchreibt. Ich will Ihnen ſelbſt die bekennen, was ich muß. Ich will Ihnen mein Ge heimniß vertrauen. ſie Nicht doch, Madame, Sie haben mir gar nichts zu vertrauen! „ rief Joſeph hohnlachend. In einem guten und heiligen Moment bat


