135 and ſein, durch die Augen und Ohren des Königs von Rom zu ſehen und ihre zu hören? fragte Joſepha lächelnd. Denn um von Ihnen lernen zu können, muß ich doch meine Sinne gebrauchen dürfen. eph Laſſen Sie aber Niemand ahnen, daß Sie von mir lernen. Das Sie Leben ſpinnt ſich anſcheinend bei uns ſo gemüthlich und zärtlich ab, len wir wandeln auf duftenden Blumen, und wo ſich irgend eine Blume
verſchoben hat, oder verdorrt iſt, da legen wir einen Roſenkranz oder
ein Gebetbuch darauf, und wenn wir uns die Füße wund geriſſen an
ich, den Dornen der Blumen, ſo beten wir ein Pater noster, und Alles muß wieder gut ſein.
Wenn es aber doch nicht wieder gut iſt? fragte Joſepha. Wenn
een! zer⸗ das Gebet doch nicht die Kraft hat, unſere Wunden zu heilen und un⸗ hen ſere Schmerzen verſiegen zu machen? dide Allmächtiger Himmel, was muß ich hören? rief Joſeph faſt dem heiter. Welche profane Zweifel wagen Sie da auszuſprechen? Sie den ſind alſo, wie es ſcheint, nicht frommen und gläubigen Herzens, denn hen Sie wagen es an der Kraft des Gebetes zu zweifeln. Arme Joſepha, id hüten Sie Sich wohl, ſolche Zweifel irgend Jemand, außer mir, hören de zu laſſen! Man würde Ihnen alles Andere leichter verzeihen, als eben urch dieſes. Beten Sie! beten Sie! Das iſt die Hauptſache an unſerem nne, Hofe, beten Sie mit den Lippen; ob Sie mit dem Herzen beten, darnach nts wird Niemand Sie fragen. Wennes aber Jemand thun ſollte, ſo hüten u Sie Sich wohl eine aufrichtige Antwort zu geben. Hüten Sie Sich eie überhaupt aufrichtig zu ſein; trauen Sie Niemand, haben Sie Argwohn gegen Jedermann. ue Ausgenommen gegen den edelmüthigen und großſinnigen Freund, nals den das gütige Schickſal mir an die Seite geſtellt hat, ausgenommen ech gegen Sie! rief Joſepha mit innigem Ton. Ihnen werde ich Alles nund mittheilen dürfen, Sie haben mich ermuthigt dazu, und wenn Sie's gkeit nicht gethan hätten, ſo thut es doch mein eigenes Herz, welches ſchon ugen zu Ihnen das freudigſte Vertrauen, die innigſte Zuverſicht gewinnt! nals, Es freut mich, daß es ſo iſt, ſagte Joſeph leicht mit dem Kopfe ben. 1 nickend, wir werden uns dann das Beiſammenſein möglichſt leicht und 6d. bequem machen können, wenn wir offen zu einander ſind. Fangen Sie ¼ alſo gleich damit an, Madame. Sagen Sie mir offen, giebt es nicht aul 4 An


