133 her Joſepha neigte ihr Haupt tiefer auf ihre Bruſt, und ſeufzte ſchwer, üte, ihre Lippen bewegten ſich und murmelten einige leiſe Worte, die indeß ſie Joſeph nicht verſtand.
Er fuhr fort: Aber da wir einmal wider unſern Willen an einander ung gefeſſelt ſind, wollen wir mindeſtens verſuchen, uns die Feſſeln leicht zu daſ machen, damit wir nicht von ihnen erdrückt werden. Ich komme zu ern Ihnen, Madame, nicht mit den eitlen und geckenhaften Prätenſionen ben eines Mannes, der glaubt, daß ein edles Weib ihn lieben kann und res, wird, bloß weil der Prieſter ihre Hand in die ſeine gelegt und geſagt zm hat:„Und er ſoll Dein Herr ſein!“ Ich komme vielmehr, um Sie zu ſihe beruhigen, um Ihnen zu ſagen! was auch die Politik über uns verhängt,
und die Prieſter geſprochen haben, ich werde die Vortheile und Rechte,
ar welche Beide mir gewährt, nicht mißbrauchen. In der Stille und Ein⸗
ſamkeit unſerer Gemächer wollen wir uns des Zwanges entledigen, den
her wir vor der Welt und den Menſchen mit einander zu dulden haben.
Her Hier wenigſtens wollen wir das Recht haben, nicht zu heucheln und zu
de betrügen, ſondern es uns frei und ehrlich zu bekennen, daß wir einander
nicht lieben. Aber ſtatt uns zu lieben, wollen wir uns vertrauen. Ich
pha komme zu Ihnen mit einem ehrlichen Herzen, ich komme, um Ihnen
zu ſagen; Nehmen Sie mich an zu Ihrem Bruder und zu Ihrem Freund.
agen Vielleicht gelingt es mir dereinſt, mir Ihre Liebe zu erwerben, vielleicht
fert iſt es Ihrer Liebenswürdigkeit, Ihrer Unſchuld und Güte aufbehalten,
hran, mein armes Herz, welches unter bittern Schmerzen und gramvollen
Täuſchungen erſtarrt iſt, wieder zum Leben zu erwecken, vielleicht werden
denen wir uns eines Tages lieben können! Warten wir auf dieſen Tag,
hnen ſuchen wir ihn herbeizuführen durch freundliches Entgegenkommen, durch
und herzliches Vertrauen, und wenn er da iſt, öffnen wir einander die Arme,
eiden und beſtätigen wir mit unſern Lippen und unſern Herzen den Sogen,
mung welchen heute die Kirche über uns geſprochen. Aber bis dieſer Tag
ptern gekommen, welcher mir ein geliebtes Weib, Ihnen einen zärtlichen
erden. Gemahl bringt, wollen wir wenigſtens zu einander halten in Vertrauen
hin⸗ und Redlichkeit. Nehmen Sie mich alſo bis dahin an als Ihren Bruder,
Dor⸗ Ihren Freund, ſeien Sie bis dahin meine Schweſter und meine Freundin. ahlin e Wollen Sie das, Joſepha?
t,— Er reichte ihr ſeine Hand hin und ſah ſie mit offener, unverſtellter
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